SAP will ohne weitere Großübernahmen wachsen

19. November 2014, 15:58
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Bei seinen deutschen Kunden stößt der weltweit führende Anbieter von Firmensoftware mit seinen neuen Angeboten noch auf große Zurückhaltung

Nach der größten Übernahme der Firmengeschichte will der Softwarekonzern SAP ohne größere Zukäufe wachsen. SAP werde bei Übernahmen jetzt eine viel langsamere Gangart einlegen und sein Angebot allenfalls noch abrunden, erklärte Vorstandschef Bill McDermott am Mittwoch auf einer Konferenz der Investmentbank Morgan Stanley in Barcelona.

"Das wird Sie eher einschläfern", ergänzte er mit Blick auf künftige Übernahmen.

Übernahme des US-Softwarehauses Concur

SAP hatte im September die Übernahme des US-Softwarehauses Concur für umgerechnet 6,2 Mrd. Euro angekündigt. Der Spezialist für Programme zum Organisieren und Abrechnen von Dienstreisen bietet seine Software überwiegend als Cloud-Programme, also zur Miete über das Internet, an. In den vergangenen drei Jahren hat SAP das als zukunftsträchtig geltende Cloud-Geschäft rasch durch mehrere Milliardenübernahmen in den USA ausgebaut. Da sich die Einnahmen bei der Mietsoftware aber über mehrere Jahre verteilen, dauert es, bis das Geschäft so profitabel ist wie der klassische Verkauf von Software über Lizenzen. SAP musste deshalb seine Gewinnziele bereits zurückschrauben .

Im Jänner werde er eine Wachstumsstrategie für alle Geschäftszweige von 2015 bis 2020 präsentieren, kündigte McDermott an. Sowohl das Kerngeschäft mit Lizenz-Software als auch das Cloud-Geschäft werde SAP mit Innovationen das Wachstum vorantreiben und das operative Ergebnis steigern.

Zurückhaltung

Bei seinen deutschen Kunden stößt der weltweit führende Anbieter von Firmensoftware mit seinen neuen Angeboten noch auf große Zurückhaltung. Nach der jüngsten Umfrage des Verbandes der Deutschsprachigen SAP-Anwender (DSAG) setzen zwar 30 Prozent der Unternehmen, die SAP-Software nutzen, auf Cloud-Programme. Das übliche gesamte Paket von Programmen zur Firmensteuerung wollen aber nur fünf Prozent der Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in die Cloud verlagern. Die Firmen haben demnach Bedenken, ob ihr Know-how ausreichend geschützt ist. (APA/Reuters, 19.11. 2014))

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