Experten warnen: Kindergarten gefährdet Kinderrechte

19. November 2014, 14:30
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Plattform Educare kritisiert, Rahmenbedingungen würden Beteiligungsrechten von Kindern zuwiderlaufen

Wien - Die Expertinnen der überparteilichen Bildungsplattform Educare nutzen das 25-Jahr-Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention zu weitreichender Kritik am österreichischen Kindergartensystem. In einer Aussendung warnt die Projektgruppe "Kinderrechte im Kindergarten" gar davor, die Rahmenbedingungen in heimischen Kindergärten würden die Rechte der Kinder "gefährden".

So würde der derzeitige "Kind-PädagogInnenschlüssel, die Kinderzahl pro Gruppe, die Größe der Gruppenräumlichkeiten, sowie fehlende Mindeststandards zur Qualitätssicherung" dem Recht der Kinder auf Beteiligung, soziale Integration und Partizipation entgegenstehen. Auch das Fehlen der Thematik Kinderrechte in der Aus- und Weiterbildung von Kleinkindpädagoginnen wird bekrittelt.

Aber die Expertinnen wollen auch aufzeigen, wie die rechte der Kinder "in unseren Kindergärten" besser gewahrt werden können. Nämlich durch:

- einen zeitgemäßen Kind-PädagogInnenschlüssel. Das heißt eine Pädagogin sollte für maximal fünf Zwei- bis Dreijährige zuständig sein. In der Altersgruppe drei bis sechs Jahre sollte sich eine Pädagogin um maximal acht Kinder kümmern.

- eine "geringere Kinderanzahl pro Gruppe"

- "mehr Platz im Gruppenraum"

- österreichweite Qualitätsstandards

- die Aufnahme des Themas "Kinderrechte" in die Aus- und Weiterbildung

- regelmäßige Supervision für Pädagoginnen (red, derStandard.at, 19.11.2014)

  • Mehr Qualität im Kindergarten würde Kinderrechten zu besserer Umsetzung verhelfen, sagen Expertinnen.
    foto: apa/harald schneider

    Mehr Qualität im Kindergarten würde Kinderrechten zu besserer Umsetzung verhelfen, sagen Expertinnen.

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