Explosionsgefahr in Kapfenstein gebannt: Spurensuche in Trümmern

19. November 2014, 12:04
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Leichen zur Bestattung freigegeben - Fertig gebastelte Knallkörper kontrolliert gesprengt

Kapfenstein - Nach der Explosion in Kapfenstein im Bezirk Südoststeiermark hat der Entschärfungsdienst am Mittwoch seine Arbeit abgeschlossen: "Die Unglücksstelle ist gesichert und kann nun von der Tatortgruppe betreten werden", erklärte Polizeisprecher Maximilian Ulrich. Die gefundenen Leichenteile wurden obduziert und konnten eindeutig dem Vater und seinem 29-jährigen Sohn zugeordnet werden.

Nach der Freigabe durch die Sprengstoff-Spezialisten haben die Ermittler die Suche nach dem Ausgangspunkt der Detonation aufgenommen. Es sei entscheidend, wo genau es in dem Gebäude zur Explosion kam und was dort gelegen oder gestanden ist. Weitere Spuren werden dann dort gesucht werden. Die Tatortgruppe will bis Freitag die Dokumentation am Gelände abgeschlossen haben, danach könnte die Unglücksstelle für die Aufräum- und Abbrucharbeiten freigegeben werden, so Ulrich.

Vernehmung des Sohnes nicht abgeschlossen

Die Vernehmung des 33-jährigen Sohnes, der mit leichten Verletzungen davongekommen war, jedoch am Basteln der Knallkörper beteiligt gewesen sein soll, war Mittwochmittag noch nicht abgeschlossen. Welche Angaben er bisher machte, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht bekannt geben. Die beiden Söhne dürften aber offenbar mit den selbst gebastelten Böllern ein illegales Geschäft gemacht haben. Dass sie die Substanzen legal bei einem Pyrotechniker bezogen hatten, wollten die Ermittler ebenfalls nicht bestätigen.

Inwiefern der Vater in das mutmaßliche Böller-Geschäft seiner beiden Söhne eingebunden war, sei noch nicht geklärt. Die Polizei forscht indessen auch nach möglichen Abnehmern. Die bereits fertig hergestellten Knallkörper, die in einem Nebengebäude gefunden wurden, sind noch am Dienstag in einer Sandgrube im südsteirischen Straden kontrolliert gesprengt worden. Das explosive Material musste in mehreren gesicherten Anhänger-Ladungen von der Unglücksstelle abtransportiert werden. Die Leichen wurden nach der Obduktion zur Bestattung freigegeben.

Zu der Detonation war es am Montag gegen 18.30 Uhr gekommen. Die beiden Söhne hatten offenbar gerade Böller in dem Wirtschaftsgebäude auf ihrem landwirtschaftlichen Anwesen gebastelt. Als der 33-jährige Sohn in ein Nebenhaus ging und der Vater die "Werkstätte" betrat, passierte es. Die Druckwelle riss das Gebäude förmlich weg und beschädigte umliegende Häuser, Dächer und Autos. Die Explosion war kilometerweit hörbar und spürbar. Gebäudeteile flogen mehrere Hundert Meter weit durch die Luft und blieben teilweise in den Bäumen hängen oder fielen auf Fahrzeuge. Der 57-Jährige und der 29-Jährige waren auf der Stelle tot. Der 33-Jährige erlitt eine Verletzung an der Stirn. Die 55-jährige Mutter im Wohnhaus blieb unverletzt. (APA, 19.11.2014)

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