Cloud mit Wölkchen - die Schattenseiten der Internetspeicherdienste

19. November 2014, 11:38
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Angebote werden immer ausgefeilter und günstiger

Durch Cloud-Dienste befinden sich Daten und Programme im Internet und können jederzeit und überall genutzt werden. Die Angebote werden immer ausgefeilter und günstiger. Allerdings haben sie auch ihre Schattenseiten.

Office 365 mit dem Clouddienst OneDrive

Für unter 100 Euro pro Jahr tausende Dokumente, Fotos und sogar Filme im Internet speichern und diese dann einfach auf Mobilgeräten und PC überall nutzen: Diesen Wunsch erfüllt derzeit Microsoft seinen Abonnenten von Office 365 mit dem Clouddienst OneDrive. Für die Jahresgebühr erhält man nicht nur einen bis zu 5 Terabyte großen Cloudspeicher, sondern als Beigabe auch gleich noch die Office-Programme von Excel bis Word für PC, Tablets und Smartphones.

Andere Cloud-Dienste von Apple (iCloud), Dropbox und Google kennen zwar noch Speicherlimits, werden aber auch immer günstiger und beliebter. Alle diese Speicherdienste im Internet funktionieren ähnlich: Daten, die man auf Mobilgeräten und PC erstellt, werden - so gewünscht - automatisch auch ins Internet kopiert. Änderungen, egal wo man sie durchführt, werden automatisch synchronisiert. Der Kalender, die Adresssammlung und auch ein Text-Dokument sind so immer auf allen Geräten aktuell.

"Sex Tape"

Vor allem auf Mobilgeräten sind solche Cloud-Funktionen so eng mit dem Betriebssystem verzahnt, dass man sie kaum noch wahrnimmt. Sobald ein Foto geknipst wird, landet es auch automatisch in der Cloud. Will man das nicht, muss man die Dienste explizit deaktivieren.

Die Automatismen bringen zwar Komfort und Schutz vor Datenverlust, gefährden allerdings auch die Privatsphäre. "Die Cloud ist ein Geheimnis; keiner versteht, wo die Daten sind", sagen denn auch die Protagonisten im Kinofilm "Sex Tape" frustriert. Dass ihr selbst gedrehtes Sex-Filmchen plötzlich auf fremden Tablets auftaucht, lässt einen im Kino lachen.

In der Realität lässt einen das gleiche Szenario frösteln. Wer wissen will, was sich in "seiner Cloud" befindet, sollte also sporadisch seinen Cloudspeicher mit dem Browser besuchen und dessen Inhalt überprüfen.

Wer einen Cloud-Dienst nutzt, sollte sich auch darum kümmern, welche Firmen die Daten wo speichern und vor allem, welche Behörden darauf zugreifen können. Seit dem NSA-Skandal sind die Bedenken zwar gestiegen, verzichtet wird auf die praktischen Dienste aber trotzdem nicht.

Gemeinschaftliches Arbeiten

Immer beliebter wird auch das gemeinsame Arbeiten in der Cloud. Werden Dokumente nicht auf dem PC, sondern auf einem Internetserver abgelegt, können mehrere Personen gleichzeitig daran arbeiten. Das funktioniert sowohl mit Google-Docs, Microsoft OneDrive als auch Apples iCloud. Die nötigen Programme für Textverarbeitung und Kalkulation werden ebenfalls im Browser zur Verfügung gestellt.

Wie die Cloud den digitalen Alltag noch enger verzahnt, zeigt Apple mit der Funktion "Handoff". Alle Arbeitsschritte, die man auf einem Gerät macht, werden automatisch in die Cloud übermittelt. Wechselt man das Gerät, fährt man präzise dort weiter, wo man aufgehört hat.

Das kann inmitten einer Dokumentenerstellung, beim Verfassen einer E-Mail oder Überarbeiten eines Fotos sein. Handoff überschreitet sogar Gerätegrenzen, eine am PC verfasste SMS wird dann automatisch über das Handy verschickt oder man kann mit dem Tablet telefonieren, obwohl dieses gar keine SIM-Karte hat.

All diese Funktionen bieten zwar im Alltag viel Komfort, machen aber die Verwaltung von vertraulichen Informationen noch schwieriger. Wer welche Informationen letztlich wo erfasst und speichert, ist für den Anwender kaum mehr nachvollziehbar. (APA, 19.11. 2014)

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