Asyl: Standorte der Verteilerquartiere weiter unklar

19. November 2014, 12:31
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Brenner laut Tirols Landesrätin Baur kein sinnvoller Standort - Salzburg sucht Unterkunft für bis zu 100 Flüchtlinge

Wien - Die Landeshauptleute haben sich am Dienstag in Klagenfurt auf die Errichtung neuer Erstaufnahmezentren geeinigt, die "Verteilerquartiere" genannt werden. Wie und vor allem wo diese umgesetzt werden, war aber am Mittwoch noch komplett offen, wie ein Rundruf in den Bundesländern zeigte. Die Länder drängten jedoch darauf, dass die Kosten der Bund übernimmt.

Tirols Soziallandesrätin Christine Baur (Grüne) "fehlen absolut noch Details" zu den geplanten Quartieren. Es brauche zuerst eine nähere Ausgestaltung, was diese Zentren beinhalten sollen, bevor man über einen Standort und Ähnliches nachdenken könne. "Ich stehe jetzt vor einer Idee, an der es aber noch kein Fleisch gibt", meinte Baur. Der Brenner wäre laut der Landesrätin jedenfalls kein sinnvoller Standort, weil "die meisten Flüchtlinge, die über den Brenner kommen, nicht in Österreich bleiben wollen". Die Finanzierung der Zentren sollte aber zur Gänze der Bund übernehmen. "Auch der Bund muss seine Hausaufgaben machen", so Baur.

Salzburg braucht Platz für 100 Flüchtlinge

Im Bundesland Salzburg ist man noch auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie für ein Verteilerquartier. "Es soll auf jeden Fall im Zentralraum sein", sagte die zuständige Landesrätin Martina Berthold (Grüne) am Mittwoch. "Hier befindet sich das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl, und hier haben die Menschen auch am leichtesten Zugang zu Gesundheitseinrichtungen." Zurzeit prüfe man gemeinsam mit dem Bund angebotene Gebäude. Eine entscheidende Frage sei auch, welche Umbauten notwendig sind. Diese seien vom Bund zu finanzieren.

Salzburg benötigt eine Unterkunft für 70 bis 100 Flüchtlinge. Berthold geht aber davon aus, dass sich nicht durchgängig so viele Menschen dort aufhalten werden. "Die Menschen sollen ja jeweils in dem Bundesland bleiben, in dem sie ins Land gekommen sind." Und da habe etwa Tirol mit dem Brenner deutlich mehr Zustrom. Neben der Suche nach einem Verteilerzentrum ist Salzburg nach Angaben der Landesrätin auch intensiv auf der Suche nach weiteren Quartieren für Asylwerber. "Wir wollen bis Ende Jänner die Quote zu hundert Prozent erfüllen", so Berthold.

Großraum Graz als Standort möglich

In der Steiermark hat man im Büro von Soziallandesrat Siegfried Schrittwieser (SPÖ) noch keine konkreten Pläne für Verteilerzentren. Sollte man sich mit anderen Bundesländern zusammentun und eines in die Steiermark kommen, so komme aber nur der Großraum Graz infrage wegen der kurzen Wege etwa zu Behörden, ärztlicher Versorgung und Dolmetschern. Außerdem seien nun vor allem jene Bundesländer gefordert, die mit der Quote weit zurückliegen. Da müsse sich die Steiermark nicht angesprochen fühlen. Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) erklärte in einem Bericht des ORF-Radios Steiermark, dass es ein Verteilerzentrum Südost mit Kärnten und dem Burgenland geben könne, dieses müsse aber auch nicht sein: "Vielleicht kommen wir doch drauf, dass wir jeder ein kleineres Verteilerzentrum haben sollten."

Der Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz, Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ), rechnet damit, dass es letztlich sechs bis acht Verteilerquartiere für Asylwerber in den Bundesländern geben werde. "Wir haben den Passus vereinbart, dass einzelne Bundesländer miteinander kooperieren können", sagte Kaiser am Mittwoch. Auch für Kärnten ist noch offen, ob ein eigenes Zentrum eingerichtet oder eine Kooperation mit der Steiermark eingegangen wird. "Aktuell konzentrieren sich die Bundesländer aber darauf, bis Ende Jänner ihre Quote zu 100 Prozent zu erfüllen."

Die Kosten für die Errichtung der Verteilerquartiere muss laut Kaiser der Bund übernehmen. Auch beim Gesundheitscheck und der Identitätsfeststellung von aufgegriffenen Flüchtlingen liegen die Kosten beim Bund. Sobald jedoch ein Asylverfahren als zulässig erkannt und aufgenommen wird, komme der schon bisher geltende Schlüssel von 60 zu 40 zwischen Bund und dem jeweilig Land zum Tragen. (APA, 19.11.2014)

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