Hohe Dividenden und niedrige Volatilität vereint

19. November 2014, 10:26
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Solactive-Europe High Dividend Low Volatility-Index

Hohe Dividenden einsammeln bei niedrigster Schwankungsbreite (Volatilität) – ja, is denn heut scho Weihnachten? - Nein, die Quadratur des Kreises schafft auch das Zertifikat auf den Solactive-Europe High Dividend Low Volatility-Index (DE000VZ7HDL4) von Vontobel nicht. Aber es verfügt über eine intelligente Indexkonzeption, mit der mittel- und längerfristig orientierte Anleger nicht nur von dividendenstarken Aktien profitieren, sondern zudem eine jahrzehntelange, durch die akademische Forschung bestätigte, Anomalie des Kapitalmarkts ausnutzen und in ein Outperformance gegenüber einem Referenzportfolio verwandeln könnten.

Zweistufiger Selektionsprozess

Zum Auswahluniversum des Index gehören zunächst alle europäischen Blue Chips, die über 750 Mio. Euro Marktkapitalisierung und mehr als 1 Mio. Euro durchschnittlichen täglichen Handelsumsatz auf die Waage bringen. Nur Gesellschaften, die in den letzten 5 Jahre niemals Dividendenkürzungen vornahmen und außerdem das letzte Jahr verlustfrei abschlossen (dadurch wird die Aufnahme von substanzausschüttenden Unternehmen verhindert), qualifizieren sich für die zweite Auswahlphase. Auf die 40 Unternehmen mit der höchsten erwarteten Dividendenrendite wird nun ein Volatilitätsfilter gelegt, bevor die 20 Aktien mit der niedrigsten historischen Volatilität zur Indexbildung herangezogen werden. Im 5-Jahres-Backtest schlägt der Index die rein dividendenorientierten Indizes S&P Aristocrats High Yield Dividends und STOXX Europe Select Dividends Index. Beide tragen nämlich nicht dem Phänomen Rechnung, dass insbesondere Aktien geringer Schwankungsbreite in den letzten Jahrzehnten regelmäßig mit einer Outperformance aufwarten konnten. Indexüberprüfung und –neugewichtung (Rebalancing) finden einmal jährlich statt. Eine Überraschung ergibt der Blick in den Aktienkorb: Während die Sektoren - 25 Prozent Finanzunternehmen, 20 Prozent Versorger, und Konsumdienstleister, 10 Prozent Öl&Gas und Konsumartikel sowie 5 Prozent Healthcare, Industrie und Technologie - erwartungsgemäß vertreten sind, weist die Länderallokation mit einem 65prozentigem Großbritannien-Anteil auf ein Klumpenrisiko hin. Euro-Aktien (je 5 Prozent in Spanien, Finnland und Frankreich; kein deutscher Titel) sind unterrepräsentiert. Dies muss kein Nachteil, sollte aber aufgrund des Währungsrisikos bekannt sein.

ZertifikateReport-Fazit: Mit diesem Indexzertifikat investieren mittel- bis längerfristig orientierte Anleger in eine Strategie, die auf hohe Dividendenrenditen und niedrige Volatilitäten setzt. Diese - oft als "langweilig" markierten - Aktien konnten in der Vergangenheit deutliche Überrenditen erwirtschaften. Es besteht keine Wechselkurssicherung, die Managementgebühr liegt bei 1,2 Prozent p.a.

Walter Kozubek ist Mitarbeiter des ZertifikateReports und HebelprodukteReports. Die kostenlosen PDF-Newsletter erscheinen wöchentlich.
Weitere Infos: www.zertifikatereport.de und www.hebelprodukte.de.

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