Logitech legt mit mehrmonatiger Verspätung Geschäftsbericht vor

19. November 2014, 10:12
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Unternehmen musste wegen Buchhaltungsfehlern frühere Geschäftsergebnisse korrigieren

Mit mehreren Monaten Verspätung hat der Computerzubehörhersteller Logitech am Mittwoch seinen Geschäftsbericht vorgelegt. Zu der Verzögerung kam es, weil das schweizerisch-amerikanische Unternehmen wegen Buchhaltungsfehlern frühere Geschäftsergebnisse korrigieren musste.

Ende März

Das Geschäftsjahr endet bei Logitech Ende März. Dass der Geschäftsbericht nun erst Mitte November vorgelegt wird, war nur möglich, weil die Schweizer Börse und die US-Technologiebörse Nasdaq dem Unternehmen Aufschub gewährt hatten.

In dem am Mittwoch im Internet veröffentlichten Geschäftsbericht entschuldigt sich Logitech bei den Aktionären für die Verspätung. Abklärungen hätten ergeben, dass die Jahresabschlüsse der Geschäftsjahre 2011 und 2012 revidiert werden mussten.

Da Logitech bereits letzte Woche seine Geschäftszahlen 2013/14 bei der US-Börse eingereicht hatte, ist bekannt, wie sich die früheren Geschäftsergebnisse verändern.

Wertberichtigung

Logitech musste eine Wertberichtigung auf Lagerbestände in der Höhe von rund 31 Mio. Dollar (aktuell rund 25 Mio. Euro) vom Jahr 2012 ins Vorjahr verschieben. Für 2012 vergrößert sich dadurch der Reingewinn nach den Angaben im US-Bericht von 72,7 Mio. Dollar auf 104,2 Mio. Dollar, während er sich im Jahr davor entsprechend reduziert.

2013 schrieb Logitech neu geringfügig mehr Verlust als ursprünglich mitgeteilt, nämlich 227,5 Mio. Dollar anstatt 225,6 Mio. Dollar. Für das im vergangenen März abgelaufene Geschäftsjahr 2014 beträgt der Gewinn 74,3 Mio. Dollar. Das entspricht ziemlich genau den Angaben, welche Logitech bereits im Frühjahr gemacht hat.

Fehler passiert

Der Grund für die nachträglichen Korrekturen ist, dass Rückstellungen für Lagerbestände fehlerhaft ausgewiesen worden waren. Es geht dabei um die gefloppte Set-Top-Box Revue. Diese wurde im Hinblick auf das Google-Fernsehen GoogleTV entwickelt. Weil GoogleTV aber nicht so populär wurde wie erhofft, verkaufte sich auch Revue schlecht. Mittlerweile wurde Revue eingestellt.

Die unverkäuflichen Geräte verloren dadurch an Wert, was jedoch in der Buchhaltung nicht korrekt abgebildet wurde. Im nun veröffentlichten Geschäftsbericht weist Logitech auf Probleme im Buchhaltungsteam hin.

Lücken in Kompetenzbereichen

Bestimmte Abläufe im Buchhaltungsteam hätten nicht den allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen entsprochen. Außerdem seien beim Mitarbeiterstab Lücken in einzelnen Kompetenzbereichen vorhanden gewesen. "Wir arbeiten daran, diese Probleme durch mehr Disziplin in unseren Abläufen und Verfahren und durch neue, entsprechend qualifizierte Mitarbeitende zu beheben", schreibt Logitech.

Derzeit laufen noch Untersuchungen der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC. Sie überprüft dieselben Aspekte des Rechnungsabschlusses, die auch Logitech untersucht hatte. "Wir arbeiten mit der SEC eng zusammen und haben ihr die Ergebnisse unserer unabhängigen Abklärungen weitergeleitet", schreibt das Unternehmen. (APA, 19.11.2014)

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