Japans Notenbank behält Kurs trotz Rezession bei

19. November 2014, 10:14
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Keine weitere Lockertung der Geldpolitik trotz Rezession

Tokio - Trotz Japans Rückfall in die Rezession lockert die Notenbank ihre Geldpolitik vorerst nicht weiter. "Die japanische Wirtschaft erholt sich weiterhin moderat, auch wenn einige Bereiche noch schwächeln - vor allem die Produktion", erklärte die Zentralbank am Mittwoch. Sie bekräftigte ihre Entscheidung, Staatsanleihen und riskantere Wertpapiere in großem Stil zu kaufen.

Die Geldbasis - der Bestand an Bargeld und Einlagen bei der Zentralbank - soll so um jährlich 80 Billionen Yen (rund 548 Mrd. Euro) erhöht werden. Das Ziel hatte sie erst Ende Oktober in einem überraschenden Schritt verkündet.

Höhere Mehrwertsteuer

Die Anhebung der Mehrwertsteuer von fünf auf acht Prozent hatte dazu geführt, dass die nach den USA und China drittgrößte Volkswirtschaft der Welt in den beiden vergangenen Quartalen schrumpfte. Ministerpräsident Shinzo Abe hat deshalb die für Oktober 2015 geplante weitere Anhebung der Steuer um eineinhalb Jahre verschoben, ein Konjunkturpaket angekündigt und Neuwahlen ausgerufen. Notenbankchef Haruhiko Kuroda sieht dennoch keinen Grund für Konjunkturpessimismus. "Die Unternehmen bleiben angesichts robuster Gewinne bei ihren positiven Investitionsplänen", sagte Kuroda. Auch die Einkommen dürften zulegen.

Viele Experten gehen allerdings davon aus, dass die Zentralbank noch einmal nachlegen wird. "Sowohl bei der Inflation als auch beim Wachstum werden die Ziele der Bank of Japan verfehlt", sagte der Chefvolkswirt des Instituts Dai-ichi Life, Yoshiki Shinke. "Das wird die Markterwartungen anheizen, dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik kommt." (APA, 19.11.2014)

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