Ukraine will Anschlag auf niederländischen Minister vereitelt haben

18. November 2014, 19:16
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Bert Koenders weiß von nichts

Kiew/Moskau - Die ukrainischen Sicherheitsbehörden wollen einen Bombenanschlag auf den niederländischen Außenminister vereitelt haben und bezichtigen Russland der Urheberschaft. Der Minister Bert Koenders hätte am 8. November im Auftrag Moskaus bei einem Besuch in der Ostukraine ermordet werden sollen, teilte der nationale Sicherheitsdienst SBU am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Kiew mit.

Zwölf "sehr gefährliche" Verdächtige seien festgenommen worden, sagte SBU-Chef Valentin Naliwaitschenko. Bei ihnen wurden demnach Waffen, Munition und Sprengstoff sowie Minen russischer Bauart sichergestellt. Das Datum der Festnahme nannte Naliwaitschenko nicht. Allerdings stünden die Beschuldigten auch im Verdacht, mit einem Anschlag auf eine Bar in der ostukrainischen Stadt Charkiw zu tun zu haben. In dem Lokal, wo Spenden für den Kampf ukrainischer Soldaten gegen abtrünnige Rebellen in den benachbarten Industriegebieten von Donezk und Lugansk gesammelt wurden, war am 9. November ein Sprengsatz explodiert. Elf Menschen wurden verletzt.

Koenders hatte sich Anfang November nach Charkiw begeben, wo zu diesem Zeitpunkt die sterblichen Überreste von Insassen des Unglücksflugs MH17 aufbewahrt wurden. Die Malaysia-Airlines-Maschine war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ostukraine abgestürzt, alle 298 Insassen kamen ums Leben. Bei den meisten Unglücksopfern handelte es sich um Niederländer. Die ukrainische Regierung und westliche Staaten gehen davon aus, dass Flug MH17 von prorussischen Separatisten mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde. Moskau sieht die Verantwortung hingegen bei Kiew.

Bei der Pressekonferenz am Dienstag präsentierte Naliwaitschenko ein gut einminütiges Video, auf dem eine der Festgenommenen zu sehen sein soll. Darin gibt die unkenntlich gemachte Frau zu Protokoll, sie sei vom russischen Militärgeheimdienst rekrutiert und damit beauftragt worden, das Attentat auszuführen. Ihre Komplizen seien ebenfalls von Russland rekrutiert und ausgerüstet worden. Demnach sollte die Frau eine Bombe auf dem Weg zur Militärfabrik in Charkiw verstecken, in der die Leichen aufbewahrt wurden - und den Sprengsatz zünden, sobald Koenders' Delegationstross in die Nähe kommt.

Das niederländische Justizministerium erklärte auf Anfrage, den angeblichen Anschlagsversuch "zum jetzigen Zeitpunkt" nicht bestätigen zu können. Koenders wiederum ließ wissen, dass ihn die ukrainischen Behörden gar nicht über die Vorgänge informiert hätten. (APA, 18.11.2014)

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