Schweden: Provider verschenkt VPN-Zugänge gegen Überwachung 

18. November 2014, 10:05
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Dem Internetanbieter "Bahnhof" war von der Regulierungsbehörde mit einer Geldstrafe gedroht worden, sollte er keine Daten aufzeichnen

Mit einem raffinierten Plan hat sich der schwedische Internetprovider "Bahnhof" gegen staatliche Überwachungsmaßnahmen gestellt: Wie gesetzlich vorgeschrieben, speichert er die Verbindungsdaten sämtlicher Nutzer. Allerdings stellt der Anbieter jedem Kunden einen kostenlosen VPN-Zugang zur Verfügung, wodurch die aufgezeichneten Daten für Behörden de facto nutzlos werden.

Regulierungsbehörde gegen Provider

"Bahnhof" ist laut Torrentfreak für seine Anti-Überwachungsmaßnahmen bekannt. Schon bald nach dem Urteil des EuGH, der die Vorratsdatenspeicherung großteils für unzulässig erklärte, stoppte der Provider seine eigenen Aufzeichnungen. Die Regulierungsbehörde PTS argumentierte hingegen, dass die schwedische Gesetzgebung trotz EuGH-Urteil noch intakt sei, da der EuGH die Vorratsdatenspeicherung nur allgemein für "unverhältnismäßig" erklärte, einzelne nationale Bestimmungen aber durchaus approbat sein könnten.

"Plan B"

Da sich "Bahnhof" weiterhin weigerte, drohte die Regulierungsbehörde PTS nun mit einer Strafe von umgerechnet über einer halben Million Euro. Deshalb hat "Bahnhof" nun Plan B aktiviert und seinen Kunden den kostenlosen VPN-Zugang bereitgestellt, mit dem sie ihre Bewegungen im Netz anonymisieren können. (fsc, derStandard.at, 18.11.2014)

  • Provider schlägt Regulierungsbehörde ein Schnippchen: Er speichert zwar Daten, diese sind aber nutzlos
    foto: epa/stratenschulte

    Provider schlägt Regulierungsbehörde ein Schnippchen: Er speichert zwar Daten, diese sind aber nutzlos

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