Die Empörung der Whistleblowerin 

17. November 2014, 18:45
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Phaedra Almajid, die ihre Anonymität verloren hat, fordert Konsequenzen für Fifa-Richter Eckert

Zürich - Phaedra Almajid, eine der Whistleblowerinnen, die sich über den Umgang der Fifa-Ethikkommission mit ihren Informationen und ihre Diskreditierung durch den deutschen Fifa-Richter Hans-Joachim Eckert beklagt hatten, fordert eine formale Untersuchung Eckerts durch Fifa-Chefermittler Michael Garcia. Das belegt ein Schreiben der Ex-Medienchefin der Katar-WM-Bewerbung an Garcia, das am Montag den Weg in die Öffentlichkeit fand.

In dem Brief heißt es, ihr sei von Garcia Vertraulichkeit garantiert worden. Dies sie für sie angesichts ihrer Sorge um die Sicherheit ihrer Familie entscheidend für die Bereitschaft zur Kooperation gewesen. Eckert habe, schreibt Almajid, auf die Vereinbarung gepfiffen, da er, obwohl er sie nicht namentlich nannte, einen Konnex zu - später auf Druck Katars hin zurückgezogenen - Äußerungen Almajids von 2011 herstellte. So sei sie zu erkennen gewesen. Britische und deutsche Medien hätten sie rasch identifiziert.

Eckert hatte in seiner Conclusio des Garcia-Berichts zu Korruptionsvorwürfen um die WM-Vergaben an Russland (2018) und Katar (2022) den Veranstaltern einen Freibrief ausgestellt und Fifa-Chef Joseph S. Blatter gelobt. Erst später, nach Garcias Kritik, sprach er von einem "Zwischenstand". Eine Veröffentlichung des Garcia-Berichts wird von der Fifa mit Verweis auf Vertraulichkeitsbestimmungen des Ethik-Codes - noch - abgelehnt. Doch der Druck auf die Fifa steigt. Englands Ex-Verbands-Boss David Bernstein regt gar einen WM-Boykott großer europäischer Fußballländer an. (red, DER STANDARD, 18.11.2014)

  • Das Licht der Fifa.
    foto: apa/epa/schmidt

    Das Licht der Fifa.

  • Der Beschwerdebrief von Phaedra Almajid.

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