Acht Mal probiert, noch ist es nicht passiert

Ansichtssache mit Video17. November 2014, 19:45
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Österreichs ballesterische Bilanz gegen Brasilien fällt vor dem neunten Aufeinandertreffen mit dem Rekordweltmeister am Dienstag zwar negativ, aber eigentlich doch gar nicht so schlecht aus. Ein Sieg gelang zwar noch nie, doch fielen die fünf Niederlagen allesamt knapp aus. Zudem gib es drei Unentschieden zu notieren, das bisher letzte datiert vom 13. Juni 1973. Die Tordifferenz steht bei 4:12.

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foto: fotbollsweden.se

15. April 1956, Wien

Österreich – Brasilien 2:3

Es ist das erste Spiel des Nationalteams gegen einen Gegner aus Südamerika in Wien. Als Anhaltspunkte für einen österreichisch-brasilianischen Leistungsvergleich können nur Begegnungen auf Klubebene herangezogen werden. Diesbezüglich gilt: In Europa dominierten die einen, in Brasilien die anderen. Angenehm die Anpfiffzeit: Sonntag, 16 Uhr.

Die Brasilianer befinden sich auf Europatournee, gegen Portugal hat man sich mit 1:0 durchgesetzt, von der Schweiz trennt man sich 1:1-Unentschieden. Die Arbeiter-Zeitung pocht vor dem Match gegen den schillernden Gegner aus Übersee auf Konzentration auf das Wesentliche: "Nicht exotische Fußballwundertiere sollen zur Schau gestellt werden, sondern ein Kräftemessen mit einer Fußballgroßmacht soll vor sich gehen."

Gegen Österreichs Team, das zwei Jahre zuvor WM-Dritter geworden war, gibt Brasilien den Takt vor, die Heimischen können aber trotzdem bis kurz vor Schluss irgendwie ein 2:2 halten. Beide Tore der Österreicher erzielt der Austrianer Sabetzer, es sollten die einzigen Treffer seiner kurzen Teamkarriere (drei Berufungen) bleiben.

Zwischendurch droht Ungemach, da gleich fünf Goals der Selecao wegen Abseits nicht anerkannt werden: Verbandspräsident Pacheco und sein Vize Mendonca Falcao stürmen das Feld, um dem jugoslawischen Schiedsrichter Romcevic ihren Unmut deutlich kund zu tun. Zum Glück aber schießt Waldir Pereira, genannt Didí, die Brasilianer in der 87. Minute vor 55.000 Zuschauern doch noch zum Sieg. Die AZ moniert eine gewisse Ineffizienz der glanzvollen Ballkünstler: "Zum brasilianischen Fußball gehört das Radschlagen, jeder muss zeigen, was er kann."

(Foto: Didí in Brasiliens Weltmeistermannschaft 1958. Vordere Reihe, Zweiter von links zwischen Garrincha und Pelé)

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