Mozart à 2 und Don Juan in der Wiener Volksoper

17. November 2014, 17:18
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Thierry Malandain, Leiter des Malandain Ballet Biarritz, wurde von Staatsballett-Chef Manuel Legris eingeladen

Wien - Am Burgtheater gab es 1761 eine bemerkenswerte Uraufführung des Balletts Don Juan eines gewissen Gasparo Angiolini zur Musik von C. W. Gluck. Der Florentiner war Ballettmeister und Tänzer, gemeinsam mit Gluck setzte er Maßstäbe im gerade entstehenden Handlungsballett.

Als der Reformer im 18. Jahrhundert gilt aber bis heute der Franzose Jean Georges Noverre. Er forderte die Emanzipation des Balletts von Sprache und Gesang. Doch Angiolini arbeitete schon früher am Paradigmenwechsel. So sollte der Tanz klarer, natürlicher und ausdrucksstark werden und eine Geschichte mit seinen eigenen Mitteln erzählen. Thierry Malandain, Leiter des Malandain Ballet Biarritz, kam auf Einladung von Staatsballett-Chef Manuel Legris an die Volksoper und studierte seinen Don Juan von 2006 mit den Tänzern ein.

Die Angiolini-Choreografie ist nicht überliefert, Malandain hielt sich genau an Musik und Libretto. Seine Tanzsprache ist neoklassisch und mit Ironie gewürzt. Dreieckige Tische als Bühnenbild und bewegliche Requisiten werden von den Tänzern bespielt und bringen Dynamik ins Geschehen.

Im zweiten Teil tanzen fünf Solistenpaare der Staatsoper Pas de deux zu Mozart-Klavierkonzerten (István Mátyás). Ein beschwingter Abend, auch dank des Gespürs von Dirigent Jiri Novak. (bf, DER STANDARD, 18.11.2014)

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