Neos-Unterstützung für Schüler im Kampf um mehr Vorbereitung

17. November 2014, 13:17
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Nur mehr vier Vorbereitungsstunden für mündliche Matura - Unterrichtsministerium verweist auf neuen Zeitplan

Die NEOS unterstützen die Bundesschülervertretung (BSV) in ihrem Kampf um mehr Vorbereitungsstunden für die neue mündliche Matura. Für die ab 2015 an den AHS verpflichtende neue Reifeprüfung werden den Lehrern pro Arbeitsgruppe nur mehr vier Vorbereitungsstunden pro Prüfungsgebiet bezahlt - das sind meist wesentlich weniger Stunden als bisher.

Die Änderung betrifft nicht die schriftliche Zentralmatura, sondern nur die ebenfalls leicht veränderte mündliche Reifeprüfung. Für diese werden in der Regel "Vorbereitungsstunden" angeboten, die die Lehrer in einem bestimmten Ausmaß auch bezahlt bekommen.

Bisher wurde dafür die Wochenstundenanzahl des jeweiligen Gegenstands in der achten Klasse mit vier multipliziert. In Nebenfächern (meist zwei Stunden pro Woche) wurden also meist bis zu acht Vorbereitungsstunden abgegolten, in Hauptfächern (meist drei bis vier Wochenstunden) bis zu zwölf oder 16.

Vorbereitungsstunden

Die Lehrer bekamen bisher dafür rund 200 Euro für einen Block von jeweils vier Vorbereitungsstunden plus rund 25 Euro pro Kandidat. Beispiel: Betreute ein Lehrer ein Fach mit zwei Wochenstunden in der achten Klasse, in dem bei ihm fünf Schüler maturieren, erhielt er bisher für seine acht Vorbereitungsstunden 400 Euro plus 125 Euro für die fünf Maturanten.

Künftig gibt es einheitlich nur vier Stunden, die jeweils mit einem bestimmten Prozentsatz des Gehalts einer Dienstklasse abgegolten werden. Im Moment sind das ca. 60 Euro pro Stunde, also insgesamt rund 250 Euro.

Weitere Änderungen: Bisher wurden die Vorbereitungsstunden im Regelfall pro Klasse vom jeweiligen Lehrer gehalten. Künftig werden die Kandidaten eines Prüfungsfaches aller achten Klassen in einer Arbeitsgruppe zusammengefasst. Spezialgebiete, die Schüler bisher in den Fächern ausarbeiten mussten, in denen sie mündlich angetreten sind, gibt es künftig nicht mehr.

Stundenzahl erhöhen

Die BSV verhandelt derzeit mit dem Ministerium über eine Erhöhung der Zahl der Vorbereitungsstunden. Die Kürzung der Vorbereitung findet NEOS-Chef Matthias Strolz "nicht fair". Jedenfalls für den ersten Jahrgang bei der neuen Reifeprüfung erwartet er sich eine Aufstockung: "Bundesministerin (Gabriele, Anm.) Heinisch-Hosek muss hier verantwortungsvoll agieren und bei der Stundenanzahl nachlegen. Wenn es bis Anfang Dezember zu keiner Entscheidung für mehr Vorbereitungsstunden kommt, werde ich eine Online-Petition mit ins Leben rufen", so Strolz in einer Aussendung.

Im Unterrichtsministerium verweist man auf den neuen Zeitplan im Rahmen der neuen Reifeprüfung: Während bisher die Vorbereitungszeit erst nach der schriftlichen Matura begonnen habe, wüssten die Schüler nun schon im November, welche Themenbereiche bei der mündlichen Matura abgefragt werden und hätten damit auch viel mehr Zeit zur Vorbereitung. In der Vorbereitungszeit, die im Vergleich zum bisherigen Modell auch viel kürzer ausfällt (zwei statt dreieinhalb Wochen) soll deshalb künftig der Fokus auch auf inhaltlichen Schwerpunkten, Präsentationstechniken und Rhetorik liegen. (APA, 17.11.2014)

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