Tarifgespräche bei Karstadt gehen in nächste Runde

17. November 2014, 10:42
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Der neue Karstadt-Chef Fanderl hat von der rund 17.000 Mitarbeiter starken Belegschaft harte Einschnitte gefordert

Köln - Beim angeschlagenen deutschen Warenhauskonzern Karstadt gehen die Tarifgespräche an diesem Montag in die nächste Runde. Am Mittag wollen sich die Vertreter von Management und Arbeitnehmern in Düsseldorf zum weiteren Austausch zusammensetzen, wie die Gewerkschaft Verdi erklärte. Die Gespräche seien für einen Tag angesetzt. Mit konkreten Ergebnissen wird nicht gerechnet. Verdi fordert jedoch noch vor Jahresende konkrete tarifvertragliche Regelungen, um den Mitarbeitern eine sichere finanzielle Perspektive liefern zu können, deren Job im Zuge der geplanten Filialschließungen verloren gehen soll.

Der neue Karstadt-Chef Stephan Fanderl hat von der rund 17.000 Mitarbeiter starken Belegschaft harte Einschnitte gefordert. Ein entsprechendes Paket mit umfangreichen Kürzungsplänen hat das Management bereits bei den bisherigen Tarifverhandlungen für den Konzern auf den Tisch gelegt. Nach der Übernahme der Warenhauskette durch den österreichischen Immobilien-Investor Rene Benko sollen zudem sechs Filialen geschlossen werden. Verdi stemmt sich gegen die geforderten Einschnitte. Die Gewerkschaft lehnt einen Verzicht auf das Weihnachts- und Urlaubsgeld ebenso ab, wie eine Verlängerung der Arbeitszeiten. Vielmehr fordert sie ein Konzept für die Rückkehr in die Tarifbindung und Investitionen in die Filialen.

Im Mittelpunkt der Gespräche an diesem Montag steht die KaDeWe-Group, in der Benko die Luxus-Warenhäuser gebündelt hat. Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes rechnet nicht mit Ergebnissen. Voraussichtlich würden die "Informationsgrundlagen" soweit geschaffen, dass in der Folgerunde in konkrete Verhandlungen eingestiegen werden könne. (Reuters, 17.11.2014)

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