Niederlande atmen auf - Ausschreitungen in Italien

16. November 2014, 23:02
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Eklat um türkischen Tormann in Istanbul - Wales punktet in Belgien - Island verliert weiße Weste - Israel stürzt Bosnien in tiefe Krise

Köln - Befreiungsschlag für die Niederlande, Dämpfer für Belgien: Während Oranje durch das 6:0 (3:0) gegen Lettland dem hart in der Kritik stehenden Bondscoach Guus Hiddink etwas Luft verschafft hat und in der Qualifikation zur EM 2016 den zweiten Sieg feierte, musste sich der Nachbar mit einem 0:0 gegen Wales begnügen.

Ausschreitungen in Mailand

In Italien kam es beim Aufeinandertreffen der Squadra Azzura mit Kroatien zu Ausschreitungen durch die Gästefans. Weil aus dem kroatischen Sektor mehrmals Knallkörper und Pyrotechnik abgefeuert wurden, musste der Schiedsrichter das Spiel drei Mal unterbrechen. In der 72. Minute schickte er die Mannschaften schließlich in die Kabine, während die Polizei begann, den Sektor zu räumen. Das Spiel stand nach Treffern von Antonio Candreva (11.) und Ivan Perisic (15.) zu diesem Zeitpunkt 1:1. Etwa zehn Minuten später konnte die Begegnung fortgesetzt werden und ging ohne weitere sportliche und unsportliche Ereignisse zuende.

Havard Nordveidt hat Norwegen zum 1:0 (1:0)-Sieg in Aserbaidschan geschossen. Durch den Treffer des 24-Jährigen kamen die Skandinavier in der Gruppe H mit neun Punkten bis auf einen Zähler an Italien und Kroatien heran. Bulgarien (4) verabschiedete sich mit einem 1:1-Remis gegen Schlusslicht Malta wohl aus dem realistischen Kampf um die Qualifkationsplätze.

Türken pfeifen eigenen Tormann aus dem Stadion

Schon vor dem Spiel der Gruppe A zwischen der Türkei und Kasachstan kam es auch in Istanbul zu einem kleineren Eklat. Der türkische Nationaltorwart Volkan Demirel stürmte wegen Pfiffen und Beschimpfungen durch Fans während dem Aufwärem vom Platz. Er sei dann durch Torhüter Volkan Babacan ersetzt worden und habe das Stadion in Istanbul verlassen meldete die Nachrichtenagentur Dogan.

Die Partie der Türken gegen Kasachstan wurde im Galatasaray-Heimstadion ausgetragen. Im August war es zwischen Fenerbahces Demirel und Galatasarays Felipe Melo im Derby zu einem Skandal gekommen. Demirel war nach einem verschossenen Strafstoß Melos aus dem Tor gerannt und hatte Melo attackiert. Der Schiedsrichter musste die Streithähne trennen.

Die Türkei besiegte Kasachstan schließlich mit 3:1. Das Überraschungsteam aus Island hingegen ließ erstmal Punkte liegen. Zwar ging man in Tschechien durch Ragnar Sigurdsson (9.) früh in Führung, doch Pavel Kaderabek (45.) glich vor der Pause aus. Ein Eigentor von Jon Dadi Bödvarsson (61.) bescherte den Tschechen den vierten Dreier im vierten Spiel und damit Platz 1 vor Island und den Niederlanden.

Niederlande schießt sich Frust von der Seele

Der WM-Dritte aus den Niederlanden, der zuvor in fünf Spielen unter Hiddink vier Niederlagen kassiert hatte, meldete sich mit dem zweiten Sieg im vierten Spiel der Gruppe A im Kampf um ein EM-Ticket zurück. Hiddink hatte im Falle einer weiteren Pleite seinen Rücktritt angekündigt.

Rekordtorjäger Robin van Persie (6.) sorgte mit seinem 49. Länderspieltreffer für die frühe Führung der Gastgeber. Arjen Robben, der zuvor für van Persie aufgelegt hatte, erhöhte eine halbe Stunde später mit einem sehenswerten Distanzschuss (35.). Klaas-Jan Huntelaar (42.) traf anschließend aus kurzer Distanz. Nach dem Seitenwechsel waren noch Jeffrey Bruma mit seinem Tordebüt für Oranje (77.) sowie Robben (82.) und Huntelaar (89.) mit ihren zweiten Treffern erfolgreich. Für Huntelaar waren es die Treffer Nummer 37 und 38 im Nationaltrikot, er zog damit in der "ewigen" Oranje-Torjägerliste an Dennis Bergkamp vorbei auf Rang drei.

Belgien lässt Punkte liegen

In Brüssel fanden die Gastgeber kein Mittel gegen die tief stehenden Waliser, die in der Gruppe B damit weiter drei Punkte vor den "Roten Teufeln" auf Platz eins liegen. Belgien hat ein Duell mit Israel in der Hinterhand, liegt derzeit aber nur auf Platz 4.

Israel übernahm am Abend hingegen die Tabellenspitze von den Briten. Man gewann gegen Bosnien-Herzegowina mit 3:0 (2:0). Der Austrianer Omer Damari hat mit einem Tor zum 2:0 einen aktiven Beitrag dazu geleistet, dass die gastierenden WM-Teilnehmer nun in einer veritablen Krise stecken. Mit zwei Punkten aus vier Spielen stehen die Chancen für die Bosnier bereits extrem schlecht. Dritter ist derzeit Zypern (5:0 gegen Andorra). (red/sid, 16.11.2014)

Gruppe A - 4. Runde:

Niederlande - Lettland 6:0 (3:0) Amsterdam, Tore: Van Persie (6.), Robben (35., 82.), Huntelaar (42., 89.), Bruma (78.).

Tschechien - Island 2:1 (1:1) Pilsen, Tore: Kaderabek (45.+1), Bödvarsson (61./Eigentor) bzw. R. Sigurdsson (9.).

Türkei - Kasachstan 3:1 (2:0) Istanbul, Tore: Burak Yilmaz (26./Elfmeter, 29.), Serdar Aziz (83.) bzw. Smakow (87./Elfmeter)

Gruppe B - 4. Runde:

Zypern - Andorra 5:0 (3:0) Nikosia, Tore: Merkis (10.), Efrem (31., 42., 60.), Christofi (87./Elfmeter).

Belgien - Wales 0:0 Brüssel.

Israel - Bosnien-Herzegowina 3:0 (2:0) Haifa, Tore: Vermouth (36.), Damari (45.), Zahavi (70.). Rote Karte: Sunjic (48., Bosnien). Israel: Damari (Austria Wien) spielte durch. Bosnien: Hadzic (Sturm Graz) spielte durch.

Gruppe H - 4. Runde:

Aserbaidschan - Norwegen 0:1 (0:1) Baku, Tor: Nordtveit (25.).

Bulgarien - Malta 1:1 (1:0) Sofia, Tore: Galabinow (6.) bzw. Failla (49./Elfmeter). Anmerkung: Popow (Bulgarien) vergab einen Elfmeter (76.).

Italien - Kroatien 1:1 (1:1) Mailand, Tore: Candreva (11.) bzw. Perisic (15.).

  • Orange ist die Farbe der Erleichterung.
    foto: apa

    Orange ist die Farbe der Erleichterung.

  • Spieler, Fans und Einsatzkräfte leiden in Italien unter der besonderen Intelligenz einiger Tribünenbesucher.
    foto: reuters

    Spieler, Fans und Einsatzkräfte leiden in Italien unter der besonderen Intelligenz einiger Tribünenbesucher.

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