Jemen: Gefechte zwischen Houthi-Kämpfern und Al-Kaida

16. November 2014, 17:13
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80 Todesopfer in drei Tagen - Emirate setzen Houthi-Rebellen auf Terrorliste

Sanaa/Abu Dhabi - Mit dem Vormarsch der schiitischen Houthi-Rebellen im Jemen steigt die Zahl der Toten. Lokale Behördenvertreter und Augenzeugen sagten der Deutschen Presse-Agentur am Wochenende, dass allein in einer Region der Provinz Al-Baida innerhalb von drei Tagen mindestens 80 Menschen ums Leben gekommen seien.

Dort gab es seit Donnerstag Gefechte zwischen Houthi-Kämpfern und Anhängern der sunnitischen Terrororganisation Al-Kaida. Die Vereinigten Arabischen Emirate setzten die Rebellen aus dem Krisenland auf ihre Terrorliste.

Unter den Toten seien auch sieben Kinder, sagte ein Sprecher der Stadt Radaa, in deren Nähe die Gefechte weitergingen. Sie seien bei der Bombardierung einer Schule, die als Flüchtlingscamp benutzt worden sei, ums Leben gekommen. Houthi-Rebellen waren auf ihrem Eroberungsfeldzug im Jemen vor wenigen Tagen in die Region eingedrungen, wo sunnitische Stämme stark sind und auch Al-Kaida aktiv ist.

Die Rebellen fordern seit Jahren mehr politische Beteiligung im sunnitisch regierten Jemen und haben im September die Hauptstadt Sanaa gestürmt. Der UN-Sicherheitsrat verhängte vor einer Woche Sanktionen gegen zwei Houthi-Führer und den ehemaligen Langzeitpräsidenten Ali Abdullah Saleh, die Visa- und Kontosperrungen vorsahen. Den Houthi-Kommandanten wird vorgeworfen, Frieden und Sicherheit im Jemen zu bedrohen. Saleh sei einer der wichtigsten Unterstützer der gewalttätigen Houthi-Aktivitäten geworden, hieß es in der Erklärung des Gremiums zudem. Der 2011 entmachtete Saleh hatte zu seiner Regierungszeit die Houthi noch bekämpft.

Ein Houthi-Sprecher kritisierte am Sonntag das Verbot seiner Gruppe in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Seine Bewegung auf die Terrorliste zu setzen, sei ein Ausdruck "ungerechtfertigten Hasses" auf die Menschen im Jemen, sagte Mohammed al-Bachaiti der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe bei der Entscheidung darum, die Araber zu spalten und westlichen Interessen zu dienen.

Die Emirate setzten am Samstag neben den Houthi mehr als 80 Gruppen auf ihre Liste - auch die Terrororganisationen "Islamischer Staat" (IS) und Al-Kaida sowie die gemäßigtere islamistische Muslimbruderschaft. Die jüngste Maßnahme in den Emiraten kommt nach einem im August beschlossenen Anti-Terrorismus-Gesetz und stellt laut lokalen Medien die Unterstützung dieser Gruppierungen wie auch die Kommunikation unter Strafe. (red, APA, 16.11.2014)

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