Dank "Call of Duty" vom McDonalds-Mitarbeiter zum Millionär

16. November 2014, 15:23
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Matt Haag, auch bekannt als "Nadeshot", hat Millionen YouTube-Fans und einen Red Bull-Sponsorvertrag. Er verdient rund eine Million Dollar jährlich

Vor drei Jahren bestand ein Großteil von Matt Haags Tag darin, faschierte Laibchen zu formen und in Fett anzubraten. Der damals 19-jährige US-Amerikaner arbeitete bei McDonalds und wusste nicht recht, was er mit seinem Leben anfangen sollte. Sein liebstes Hobby: Videospiele. Heute hat Haag mit Fast Food nicht mehr viel am Hut – dafür umso mehr mit Videospielen: Sie sorgen sogar dafür, dass er einen eigenen Ernährungsberater hat.

Eigenes Traininsprogramm

Denn proteinhaltige Speisen sollen Haags Reaktionsfähigkeiten verbessern. Genau wie Fitnessübungen und Gedächtnisspiele. Das alles ist Teil eines Rundum-Pakets, das Haag von seinem Sponsor Red Bull zur Verfügung gestellt wird. Der Getränkehersteller hat den jungen US-Bürger mit Spezialgebiet "Call of Duty" als einen von sechs E-Sportlern in sein Förderprogramm aufgenommen und setzt nun alles daran, um Haag zum weltbesten Spieler aufsteigen zu lassen.

Große Gefolgeschaft

Der beliebteste E-Sportler dürfte Haag dabei mittlerweile schon sein, wie die New York Times analysiert. So folgen mehr als 1,5 Millionen Nutzer dem Jungen auf YouTube. Auf Twitter, Instagram und Co sind die Zahlen ähnlich beeindruckend. Haag, der als Gamer den Namen "Nadeshot" gewählt hat, ist dabei Beleg dafür, dass sich E-Sports langsam auch zum Zuseherspektakel wandeln.

optic nadeshot

Exklusiv-Deal

Ein erstes, starkes Zeichen dafür war die spektakuläre Übernahme der Gaming-Streamingplattform "Twitch" durch Amazon. Der Onlinehändler hatte dafür rund eine Milliarde Dollar auf den Tisch gelegt, auch Google soll unter den Interessenten gewesen sein. Nadeshot ist allerdings nicht mehr auf Twitch zu finden: Er wechselte exklusiv zur Konkurrenz "MLG.TV", wo er der populärste E-Gamer ist.

Social-Media Skills

Haags Anziehungskraft liegt nicht nur in seinen Gaming-Skills, so Beobachter. Tatsächlich beherrscht es der 22-Jährige perfekt, seine Social-Media-Kanäle zu bespielen. Junge Erwachsene können sich mit Haag identifizieren, der "ehrlich" und ab und zu auch "verletzlich" wirke, so die New York Times. So führt Haag eine Art Vlog, also Video-Tagebuch, in dem er auch über private Erlebnisse spricht. Als seine Mutter starb, bedankte er sich ausführlich bei allen Fans für die Kondolenz.

optic nadeshot

Einzelgänger

Dass E-Sports zusehends in den Mainstream vordringt, darf als Glücksfall für Haag betrachtet werden. Laut dessen Vater sei "Nadeshot" in anderen Bereichen außer Gaming nie besonders aufgefallen: Er sei ein Einzelgänger gewesen, habe Parties vermieden und kaum Alkohol oder Marijuana konsumiert. Seine einzige Droge waren E-Sports und zuckerhaltige Energydrinks. Mit 15 Jahren hatte Haag das Videospielen begonnen, auf einem Tournament sei er vom Leiter des E-Sport-Teams OpTic entdeckt worden.

Belastungen

Dort spielt er auch heute noch. Ganz sorgenfrei ist das Leben als Videospiel-Sportler jedoch nicht: Die starke Onlinepräsenz bringt auch Belästigungen mit sich, etwa Prank-Anrufe oder Beleidigungen. Zusätzlich macht sich Haag, ganz ähnlich zu jungen physischen Sportlern, Gedanken über eine Zukunft nach der Karriere als Athlet. Die Arbeitsbelastung ist zusätzlich hoch, vor allem da ein Konkurrenzkampf um Fans herrscht. "Manchmal würde ich gerne nach Hause gehen und chillen", so Haag zur New York Times, "aber ich will mich nicht beschweren, wenn ich meinen Lebensunterhalt mit Videospielen bestreite." (fsc, derStandard.at, 16.11.2014)

  • Werbedeals, Preisgelder: Nateshot (vorne) verdient pro Jahr Millionenbeträge
    screenshot/instagram

    Werbedeals, Preisgelder: Nateshot (vorne) verdient pro Jahr Millionenbeträge

  • Hunderttausende Fans sehen ihm beim "Call of Duty"-Spielen zu
    screenshot/instagram

    Hunderttausende Fans sehen ihm beim "Call of Duty"-Spielen zu

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