Mit der Kraft aus den Wurzeln

17. November 2014, 17:10
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Von Motorrädern, die Autos antreiben

Opel ist da ein schönes Beispiel, wenn es darum geht, die Wurzeln der Autoindustrie auszugraben. Was 1862 mit einer Nähmaschinenfabrik begann, führte über Fahrräder und Motorräder zur Erzeugung von Automobilen. DKW baute erst Motorräder, dann Autos. Daimler hat mit dem Reitwagen von 1885 gar das erste Motorrad in der Firmengeschichte.

Alle gaben sie das Motorradgeschäft auf, um sich auf die Autos zu konzentrieren. Nur BMW baute weiterhin sowohl als auch. Und das äußerst erfolgreich.

Bestimmt spielt dieser Erfolg auch eine entscheidende Rolle dafür, dass der Volkswagen-Konzern 2012 Ducati kaufte und zu einer Audi-Tochter machte. Doch es ist nicht nur der Erfolg, es geht da auch um Technik und Emotionen. Darum hat VW seinen XL1 nun als XL Sport mit einem 200 PS Motor von Ducati bestückt.

Daimler knirscht mit den Zähnen

Zähneknirschend nahm man das wohl in Stuttgart hin. Mit der Übernahme von Ducati durch VW kam die Allianz zwischen Mercedes und Ducati zum Erliegen. Nun bemüht sich Daimler um eine andere italienische Motorradmarke: MV Agusta. Ein Viertel des Unternehmens haben die Stuttgarter bereits übernommen.

Wie bei Ducati kann man auch bei MV Agusta sagen: Die Italiener freut es. Denn die Zweiradbauer leiden besonders unter der Wirtschaftskrise und brauchen dringend Geld. Die Autobauer freut es auch, denn sie profitieren vom Know-how, das in den leistungsstarken, kompakten Motoren steckt - und von den Motoren selbst, wie man beim XL Sport sieht. Oder: BMW nutzt einen eigenen Motorradmotor als Range-Extender für den i3. Bei Daimler denkt man Ähnliches aber offiziell noch nicht an. (Guido Gluschitsch, DER STANDARD, 14.11.2014)

  • VW verbaut im XL Sport den 200 PS starken V2-Motor der Ducati Superleggera.
    foto: volkswagen

    VW verbaut im XL Sport den 200 PS starken V2-Motor der Ducati Superleggera.

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