Regierung will mit Wohnbau-Offensive Konjunktur ankurbeln 

16. November 2014, 10:28
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Binnen vier Jahren 5.000 Wohnungen zusätzlich für 6,5 Milliarden Euro geplant - Privatgelder und EIB-Darlehen schonen Budgetdefizit

Wien/Luxemburg - Die SPÖ-ÖVP-Koalitionsregierung plant ein Konjunktur-Ankurbelungsprogramm im Wohnbau, bei dem mit privatem Geld und EIB-Kofinanzierungen in den nächsten vier Jahren 5.000 Wohnungen für 6,5 Milliarden Euro zusätzlich errichtet werden sollen, berichtete die "Wiener Zeitung" (Samstag). Nutzen will man Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB). Offen sei noch die Abwicklungsstelle, etwa Bausparkassen.

Dieses Konjunktur- bzw. Wohnbaubauprogramm wolle die Regierung "in Kürze vorstellen", heißt es. Durch private Mittel und öffentliche Haftungen könne die Gesamtsumme investiert werden, ohne das Budgetdefizit zu erhöhen. Angeblich solle ein circa 500 Millionen Euro großer Teil des Programms vom Bund garantiert werden, um Geld von der EIB zu erhalten.

Weitere Stadterneuerungs-Projekte

Einen wichtigen Teil bei dem Programm sollen gemeinnützige Wohnbauträger spielen, so der Bericht. Diese sollen zusammen mit privaten Bauherrn Stadterneuerungs-Projekte vorlegen, wie schon in Wien beim neuen Hauptbahnhof und in der Seestadt Aspern geschehen.

2013 wurden laut Statistik Austria bundesweit 59.500 Baubewilligungen für Wohnungen erteilt (geförderte und nicht geförderte) - ein neuer Rekord, der der Behörde zufolge vor allem der Dynamik im mehrgeschoßigen Wohnbau zu verdanken ist. Die Zahl fertig gewordener Einheiten in Mehrgeschoßbauten ist in den letzten Jahren jedoch gesunken: 2010 wurden noch mehr als 21.000 geförderte Geschoßwohnungen errichtet, 2013 waren es bundesweit nur mehr 15.000 Wohnungen, geht aus Daten des Österreichischen Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV) hervor.

Geförderte Wohnungen immer teurer

Städtebund-Proponent Matthias Stadler macht einen "Wust an Vorschriften" dafür verantwortlich dass geförderte Wohnungen für Menschen "mit niedrigem Einkommen unerschwinglich geworden" seien, wie er laut Sonntag-"Kurier" kritisierte. Kostentreiber seien vor allem die Bauordnungen, die Bautechnikvorschriften, "350 neue Ö-Normen pro Jahr", energetische Auflagen, Auto-Stellplätze und architektonische Gestaltungsvorschriften.

Schon vor einem Jahr hatten die gemeinnützigen Bauträger, die die Hälfte des Geschoßwohnbaus in Österreich bestreiten und in deren Häusern ein Fünftel der Bevölkerung lebt, einen "Stopp des Qualitäts-Hype" mit immer teureren Energiespar-Normen für den Wohnbau verlangt und dazu auch eine detaillierte Studie vorgelegt. (APA, 16.11.2014)

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