Hannover: Hooligan-Demo schlecht besucht

15. November 2014, 16:57
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Nur 3000 statt erwarteter 5000 Teilnehmer - 4600 bei Gegendemo, Bürgermeister sieht "tolles Signal"

Hannover - Deutlich weniger Hooligans und Rechtsextremisten als erwartet haben in Hannover gegen Islamismus demonstriert. Größtenteils blieb alles friedlich. Am Nachmittag kam es zu Rangeleien zwischen Polizisten und linken Gegendemonstranten, die versuchten, eine Absperrung zu durchbrechen. Die Polizei verhinderte das unter Einsatz von Pfefferspray.

Rund 3000 Teilnehmer aus ganz Deutschland reisten am Samstag zur Kundgebung der Gruppe "Hooligans gegen Salafisten" (HoGeSa) an. Erwartet worden waren 5000. Die Polizei fürchtete schwere Ausschreitungen wie vor kurzem in Köln und war mit Tausenden Beamten, Wasserwerfern und Räumfahrzeugen vor Ort.

Dort waren Ende Oktober bei Ausschreitungen nach einer Demonstration unter dem Motto "Hooligans gegen Salafisten" 49 Polizisten verletzt worden. 17 Personen wurden festgenommen. Es kam zu massiven Sachbeschädigungen. Nach Polizeiangaben standen 4800 Hooligans nur 1300 Polizisten gegenüber. Den Sicherheitskräften war deswegen vorgeworfen worden, sich nicht ausreichend auf die Kundgebung vorbereitet zu haben.

Größere Zwischenfälle gab es bis zum Nachmittag aber nicht. "Wir haben die Lage im Griff", sagte ein Polizeisprecher. Oberstes Ziel der Einsatzkräfte war es unter anderem, ein Zusammentreffen der Hooligans mit den Gegendemonstranten zu verhindern.

Insgesamt wurden rund 4600 Gegendemonstranten gezählt, darunter waren auch prominente Politiker wie die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth von den Grünen. Auf Plakaten war unter anderem zu lesen: "Gewalt ist die Sprache der Dummen." Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD), der ebenfalls teilnahm, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Das ist ein tolles Signal der Stadtgesellschaft, dass sie gegen Rassismus eintritt."

Bis zum Nachmittag hatte die Polizei Erfolg mit ihrer Strategie, durch strenge Auflagen und ein massives Aufgebot Ausschreitungen zu verhindern. Ein komplettes Verbot der Demonstration war vor Gericht gescheitert. Von den zunächst 18 angekündigten Gegendemonstrationen war der größte Teil wieder abgesagt worden, nachdem feststand, dass die Hooligans nicht durch die Stadt ziehen würden, sondern sich nur eingekesselt von den Einsatzkräften hinter dem Hauptbahnhof versammeln durften. (red, APA, 15.11.2014)

  • Schlecht besuchte Hooligan-Demo
    foto: epa

    Schlecht besuchte Hooligan-Demo

  • Die Gegenveranstaltung zog mehr Besucher an
    foto: epa

    Die Gegenveranstaltung zog mehr Besucher an

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