Karola Kraus, Museumsdirektorin: "Mir geht es um die neuen Songs"

20. November 2014, 06:59
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Lässt ihre App gerne Musikstücke erkennen

Ich nutze in meinem Arbeitsalltag einige Apps, aber meine Lieblingsapp ist "Shazam", die Musikstücke erkennen kann. Früher kannte ich jeden Popsong, da die Radiosprecher vor dem Abspielen immer die Interpreten und Titel genannt haben. Seit ein paar Jahren werden sie jedoch ohne Ankündigung abgespielt. Für mich bedeutet das ein totales Informationsdefizit.

Da ich wenig Zeit zum Musikhören habe und mit Musik nicht arbeiten kann, kenne ich die meisten aktuellen Bands nicht mehr. Wenn ich im Auto oder Taxi ein Lied höre, welches mich interessiert, halte ich das Handy an den Lautsprecher und drücke auf "Shazam". Die App zeigt dann das Plattencover und den Interpreten an. Wenn man will, kann man das Lied auch gleich kaufen und auf das iPhone laden. Das mache ich eher selten. Mir geht es vor allem um die neuen Songs. Die Klassiker kenne ich in den meisten Fällen, da ich mir als Jugendliche mit meinem Taschengeld jeden Hit gekauft habe. Ich brachte es zu einer gigantischen Single-Sammlung. In den 80ern haben sich dann andere Interessenschwerpunkte entwickelt. Aber in der Popmusik up to date zu sein gehört für mich ganz einfach zur Allgemeinbildung.

Zuletzt habe ich dank "Shazam" allerdings einen Oldie entschlüsselt, den ich zwar schon seit Ewigkeiten kenne, von dem ich jedoch nicht mehr wusste, von wem er ist. Es war Uriah Heep mit Lady in Black. Ausgerechnet die Althippies, die ich vor einem halben Jahr per Zufall in einer Nürnberger Bar kennengelernt habe! (Anne Feldkamp, Rondo Digital, DER STANDARD, 20.11.2014)

Karola Kraus ist Direktorin des Wiener Mumok. Bis 18. Jänner läuft dort die von ihr kuratierte Retrospektive von Cosima von Bonin.

  • Karola Kraus entschlüsselt mit ihrer liebsten App gerne Songs.
    foto: nathan murrell

    Karola Kraus entschlüsselt mit ihrer liebsten App gerne Songs.

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