ORF-Redakteure: Sparkurs "existenz- und programmgefährdend"

14. November 2014, 16:32
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Appelle wurden bisher ignoriert - Redakteursausschuss beschließt Resolution

Wien - Der ORF-Redakteursausschuss warnt davor, dass eine Weiterführung des Sparkurses im öffentlich-rechtlichen Rundfunk die Gebührenlegitimation und damit den Bestand des ORF gefährde. "Das Sparprogramm - wie angekündigt - auch im nächsten Jahr weiter fahren zu wollen, grenzt an Realitätsverweigerung der Geschäftsführung", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Resolution.

Die ORF-Journalisten "bekennen sich zu modernen Formen des Journalismus, neuen Arbeitsmethoden, Erzählweisen und Multimedialität", heißt es darin laut einer Aussendung. Allerdings hätten die Einsparungen in den vergangenen Jahren bereits jetzt viele Redaktionen so weit schrumpfen lassen, dass "ausführliche und kritische Berichterstattung immer schwieriger wird".

Existenz

Die Appelle der Redakteursvertretung, nicht weiter in den Redaktionen einzusparen, seien bisher ignoriert worden, im Gegenteil sei dem Stiftungsrat eine weitere Reduktion der journalistischen Belegschaft versprochen worden. "Die zentralen Redaktionen von Radio, TV, Online und Teletext arbeiten mit immer knapper werdenden Ressourcen, und auch den neun Landesstudios wurde ein Sparkurs aufgezwungen, der existenz- und programmgefährdend ist." Eine Fortsetzung der Einsparungen würde nach Ansicht des Redakteursausschusses dazu führen, "dass der gesetzliche Auftrag nicht mehr erfüllt werden kann".

Auch pocht man in der Resolution darauf, dass bei der Besetzung von Führungsfunktionen ausschließlich auf die fachliche und persönliche Eignung der Bewerber zu achten sei. Man befürchte allerdings, dass Generaldirektor Alexander Wrabetz "den politischen Parteien für seine Wiederbestellung im Jahr 2016 'Personalpakete' anbietet, um sich neuerlich eine breite Mehrheit im parteipolitisch besetzen Stiftungsrat zu sichern". Die Journalisten würden sich dagegen "mit allen Mitteln zur Wehr setzen".

Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit und Authentizität seien "als wesentliche Qualitätsmerkmale der ORF-Informationsprogramme" auch in einem gemeinsamen Newsroom sicherzustellen, heißt es weiter. Die Neuorganisation des ORF dürfe den öffentlich-rechtlichen Auftrag der ORF-Information nicht gefährden. (APA, 14.11.2014)

  • Eine Fortsetzung der Einsparungen würde nach Ansicht des Redakteursausschusses dazu führen, "dass der gesetzliche Auftrag nicht mehr erfüllt werden kann".
    foto: ap/zak

    Eine Fortsetzung der Einsparungen würde nach Ansicht des Redakteursausschusses dazu führen, "dass der gesetzliche Auftrag nicht mehr erfüllt werden kann".

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