Ein-Dollar-Verhütungsspritze für Entwicklungsländer vorgestellt

14. November 2014, 15:28
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Das in mehreren afrikanischen Ländern bereits angelaufene Pilotprojekt soll auf 69 Entwicklungsländer ausgeweitet werden

Ein injizierbares Verhütungsmittel soll ungewollte Schwangerschaften in den 69 ärmsten Ländern der Welt zu minimalen Kosten verhindern. Entwickelt wurde das Präparat namens "Sayana Press" vom Pharmakonzern Pfizer in Zusammenarbeit mit der Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates und der wohltätigen Children's Investment Fund Foundation.

Günstige Verhütung

Hilfsorganisationen sollen das Medikament schon bald für einen Dollar (0,80 Euro) beziehen und es dann entweder kostenfrei oder zu einem reduzierten Preis an Frauen in Entwicklungsländern verteilen können. Die Arznei verhindert den Angaben zufolge den Eisprung und bleibt mindestens 13 Wochen wirksam. Ein in mehreren afrikanischen Ländern angelaufenes Pilotprojekt mit den Einmalspritzen soll demnach auf die 69 ärmsten Länder der Erde ausgeweitet werden.

Zu den von Pfizer angeführten möglichen Nebenwirkungen gehört insbesondere abnehmende Knochendichte. Dafür soll Sayana Press Familienplanung ermöglichen und ungewollte Schwangerschaften effektiv verhindern. "Wenn Frauen planen können, wann sie ein Kind wollen, haben sie höhere Überlebenschancen während der Schwangerschaft und bei der Geburt, und sie bekommen gesündere Kinder", erklärte Chris Elias, der bei der Gates-Stiftung für Entwicklungsprogramme zuständig ist.

Schwieriger Zugang

Schätzungen zufolge haben rund 200 Millionen Frauen in Entwicklungsländern keinen Zugang zu Verhütungsmitteln, obwohl sie welche nehmen würden. Demnach kommt es jedes Jahr zu 75 Millionen ungewollten Schwangerschaften, von denen zahlreiche in zu kurzem Abstand von der letzten Geburt erfolgen - und dadurch das Leben der Mutter und des Kindes gefährden.

Die Hilfsorganisation Save the Children geht davon aus, dass bei besserer Familienplanung etwa 100.000 Todesfälle von Frauen während oder nach der Geburt verhindert würden. In den ärmsten Ländern sei dies die häufigste Todesursache innerhalb der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen. (APA, derStandard.at, 14.11.2014)

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