Asyl: Pröll erwartet "Schulterschluss mit Bundesländern"

14. November 2014, 12:39
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Magdeburg-Kaserne in Klosterneuburg wird Flüchtlingsquartier - Antragsplus von 85 Prozent im Oktober

Wien/Klosterneuburg/St. Pölten - In Sachen Asyl hat sich der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) am Freitag am Rande einer Pressekonferenz in Wien "zuversichtlich" gezeigt, dass bei der Landeshauptleute-Konferenz am Dienstag ein "Schulterschluss mit den Bundesländern" zustande gebracht werden kann. Die Unterbringung von Asylwerbern soll dann zu 100 Prozent von den Ländern erfüllt werden.

Es gehe auch in die Richtung, mehrere Verteilungszentren in ganz Österreich zu errichten, sagte Pröll. Die Frage der Einführung einer Gemeinde-Quote ist für den Landeshauptmann vom Tisch.

Vorübergehendes Quartier in Klosterneuburg

In Niederösterreich wird die Magdeburg-Kaserne in Klosterneuburg für sechs Monate zum Flüchtlingsquartier. Das Innenministerium hat am Freitag entschieden, ein entsprechendes Angebot von Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) in Abstimmung mit der Gemeinde anzunehmen, sagte ein Sprecher der APA.

Am Donnerstag hatte eine Begehung der zum Verkauf stehenden Kaserne stattgefunden. Die nötigen Anpassungen bewegen sich "in überschaubaren Bereichen", erklärte der Sprecher des Innenressorts. Man sei zuversichtlich, in den nächsten Wochen mit der Belegung beginnen zu können. Zwischen 100 und 150 Menschen sollen in der Kaserne Unterschlupf finden.

Plus von 85,2 Prozent

Die Zahl der Asylanträge im Oktober ist im Vergleich zum Vorjahr abermals rasant nach oben gegangen: Laut aktueller Statistik des Innenministeriums verzeichnete man im Oktober fast 3.150 Anträge, das ist ein Plus von 85,2 Prozent gegenüber Oktober 2013. Über 1.000 Anträge kamen von Syrien-Flüchtlingen.

Seit den Sommermonaten steigt die Zahl der Ansuchen gehörig: Im August gab es ein Plus von 73,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, im September mit 3.360 Anträgen gar eine Steigerung von 149,8 Prozent. Im Oktober gab es gegenüber September in absoluten Zahlen zwar etwas weniger Ansuchen, nämlich rund 3.150 - im Vergleich zum Oktober des Vorjahres (rund 1.700) bedeutet das aber eine Steigerung von 85,2 Prozent. Insgesamt verzeichnete man heuer bisher um 34,2 Prozent mehr Anträge, in Summe fast 19.400.

Bürgerkrieg in Syrien

Zurückzuführen sind die steigenden Zahlen weiterhin vor allem auf den Bürgerkrieg in Syrien. Die Statistik weist über 5.700 Anträge von Syrern aus, über 1.000 davon allein im Oktober - sie sind damit die größte Flüchtlingsgruppe. Es folgen Bürger aus Afghanistan (heuer bisher 3.450 Anträge) und der Russischen Föderation (1.400). Asylanträge von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gab es im Oktober über 300, heuer insgesamt bisher knapp 1.650. (APA, 15.11.2014)

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