ÖVP-Minister beliebter als jene der SPÖ

14. November 2014, 10:05
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Neos-Chef Matthias Strolz verliert stark an Wählervertrauen, Mitterlehner gewinnt dazu

Wien - Die freundliche Stimmung für den neuen ÖVP-Chef und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner hält an: Im aktuellen APA-OGM-Vertrauensindex verzeichnet er den stärksten Vertrauenszuwachs unter den wichtigsten Bundespolitikern. Mitterlehner gewann im Vergleich zum September fünf Punkte dazu und rangiert damit bei 19 Punkten.

Überhaupt schneiden die ÖVP-Regierungsmitglieder weitaus besser ab als die roten Minister und Ministerinnen. Von den Regierungsmitgliedern schafft ÖVP-Außenminister Sebastian Kurz (25, plus 3) den höchsten Wert. Ganz gut dazugewonnen hat mit vier Prozentpunkten ÖVP-Finanzminister Hans Jörg Schelling (13). Unangefochten an der Spitze findet sich nach wie vor Bundespräsident Heinz Fischer (49).

Kanzler im Minus

Bundeskanzler Werner Faymann hat keinen Grund zur Freude: Er steht bei einem Wert von minus 14, im letzten Monat hat er vier Punkte verloren. Von den SPÖ-Regierungsmitgliedern verzeichnet Sozialminister Rudolf Hundstorfer den höchsten Vertrauenswert (8).

Ebenfalls im Plus: Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter, Familienministerin Sophie Karmasin, Justizminister Wolfgang Brandstetter (alle ÖVP) und Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ), ganz knapp außerdem Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ), ÖVP-Staatssekretär Harald Mahrer und als einzige Oppositionsparteichefin die Grüne Eva Glawischnig.

Der Index bildet den Saldo aus "habe Vertrauen" und "habe kein Vertrauen" (in Prozent) ab. Basis waren Befragungen unter 500 Personen am 11. und 12. November (Schwankungsbreite 4,5 Prozent).

Strolz als Verlierer

Verlierer dieser Runde ist Neos-Chef Matthias Strolz. Er hat 12 Punkte verloren und hält jetzt bei minus 14. Hier haben sich die seit den EU-Wahlen beginnenden Vertrauensverluste wahrscheinlich durch die unglückliche Cannabis-Diskussion verstärkt, meint OGM. Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) musste 8 Punkte einbüßen und landet damit erstmals im Vertrauensminus.

Deutlich verloren hat auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache: Minus 6 Punkte bedeuten nun einen Wert von minus 21 und wieder den letzten Platz im Vertrauensranking. Sein Verbesserungsprozess wurde nach Deutung von OGM im Zusammenhang mit überzogenen Äußerungen von Parteikollegen zu Asylwerbern gestoppt. Team Stronach-Klubobfrau Kathrin Nachbaur liegt mit minus 19 nahe bei Strache.

Recht weit im Minus liegen noch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und SP-Klubobmann Andreas Schieder. Etwas besser, aber immer noch im negativen Bereich, finden sich der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ), VP-Klubobmann Reinhold Lopatka, der Zweite Nationalratspräsident Karlheinz Kopf (ÖVP), Infrastrukturminister Alois Stöger, Staatssekretärin Sonja Steßl und Nationalratspräsidentin Doris Bures (alle SPÖ). (APA, 14.11.2014)

  • Mitterlehner im Aufwind, Faymann im Abtrieb: Die Regierungsspitze steht symbolhaft für das Vertrauen in schwarze und rote Regierungsmitglieder.
    foto: reuters/foeger

    Mitterlehner im Aufwind, Faymann im Abtrieb: Die Regierungsspitze steht symbolhaft für das Vertrauen in schwarze und rote Regierungsmitglieder.

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