Osteuropa trotzt der Westflaute

13. November 2014, 18:09
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Konjunktur zieht an - Banken in Russland unter Druck

Wien - Die Konjunktur in Österreich ist erlahmt, die Wirtschaft wächst nicht mehr, im Gegenteil: Für Ökonomen ist selbst ein Rückfall in die Rezession nicht mehr ausgeschlossen. Doch zumindest in Osteuropa - einer für Österreichs Unternehmen so wichtigen Region - geht es wieder stärker bergauf.

Sowohl in Ungarn als auch in Polen und Tschechien dürfte die Wirtschaftsleistung (BIP) 2014 stärker wachsen als bisher erwartet. Auch im kommenden Jahr bleibt das Plus deutlich über dem Schnitt im Euroraum. Das geht aus der am Donnerstag präsentierten Prognose des Wiener Osteuropainstituts WIIW hervor.

Anders sieht es freilich in Russland und der Ukraine aus, wo die Folgen von Krieg und Sanktionen sich immer stärker bemerkbar machen. Das ukrainische BIP dürfte heuer um acht Prozent schrumpfen, Russlands Wirtschaft wird kaum noch wachsen.

Die Krise in Russland wird laut dem WIIW-Ökonomen Vasily Astrov auch zunehmend zum Problem für die heimischen Banken, also Raiffeisen Bank International und die Bank Austria. Besonders negativ auf die Geschäfte dürfte laut Astrov durchschlagen, dass die EU die Vergabe neuer Kredite an russische Staatsbanken (Sberbank, VTB) und Energieunternehmen (Rosneft, Gaspromneft) verboten hat. Kredite mit dem staatsnahen Sektor machen einen großen Teil des Bankgeschäfts in Russland aus. (szi, DER STANDARD, 14.11.2014)

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