Zweite Wiener Zinshaus-Auktion

13. November 2014, 17:31
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Auktion, Privatverkauf oder Bieterverfahren? - Was die bessere Methode ist, darüber herrscht in der Branche Uneinigkeit

Im anglo-amerikanischen Raum ist es gang und gäbe, eine private Wohnimmobilie zu versteigern. In Österreich ist das Thema noch verhältnismäßig neu.

Im Herbst 2013 veranstalteten die beiden Wiener Immobilienunternehmer Eugen Otto und Oliver Brichard die "1. Wiener Zinshaus-Auktion". Zwei Zinshäuser waren im Angebot, die schließlich vom selben Käufer, dem Investor Günther Kerbler, ersteigert wurden. Mitbewerber von Otto und Brichard nannten die erste Auktion deshalb höchstens mäßig erfolgreich.

Ein zweiter, eigentlich noch für das Frühjahr 2014 geplanter Termin kam nicht zustande. Nun gibt es aber am 14. November einen neuen Anlauf: Im Wiener Hotel Hilton soll an diesem Tag ab 11 Uhr die zweite Auktion über die Bühne gehen.

Sechs Häuser unter dem Hammer

Zur Auktion gelangen diesmal sechs Häuser in den Bezirken Leopoldstadt, Favoriten, Rudolfsheim-Fünfhaus und Döbling. Ein siebtes Haus wurde vom Eigentümer wieder zurückgezogen. Bei drei Häusern liegen die Rufpreise zwischen 1,2 und 1,3 Millionen Euro. Otto und Brichard sind davon überzeugt, dass bei einer Versteigerung der gesamte potenzielle Käufermarkt abgegrast werden kann und dies deshalb die beste Methode sei, den wahren Marktpreis eines Objekts zu bekommen.

Ein dritter Wiener Zinshausexperte hält allerdings nicht wirklich viel von der Idee. "Private, die so viel Geld haben, dass sie sich ein Zinshaus leisten können, wollen ihre Immobilie nicht vorher und nachher in der Zeitung sehen", weiß Markus Arnold, Geschäftsführer von Arnold Immobilien, aus eigener Erfahrung. Und aus diesem Grund, denkt er, werde ein Abgeber per Versteigerung sogar weniger Geld lukrieren als der Markt "hergibt". Niemand tue sich die nötige eingehende Prüfung der Objekte vorher an, "wenn man weiß, dass man in der Auktion leicht überboten werden kann", sagt er. "Sie werden deshalb keinen Privaten finden, der sich in die Auktion setzt und dort den Spitzenpreis zahlt." Er untermauert seine These mit dem Hinweis, dass er eines der beiden Häuser aus der ersten Zinshausauktion inzwischen schon wieder zweimal weiterverkauft hat.

Von Bieterverfahren, auf die auch andere Makler jüngst verstärkt setzen, hält Arnold übrigens auch nichts. "Unsere Kunden wollen das Bieterverfahren nicht, deshalb machen wir es nicht." (mapu, DER STANDARD, 8.11.2014)

  • Dieses Zinshaus am Erlachplatz in Wien-Favoriten wird am Freitag versteigert.
    foto: otto & brichard

    Dieses Zinshaus am Erlachplatz in Wien-Favoriten wird am Freitag versteigert.

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