Sicherheitspaket für Hypo-Südosteuropa-Käufer

13. November 2014, 17:27
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Der Erwerb der Hypo-Südosteuropa-Banken durch den US-Fonds Advent ist weich gepolstert

Wien - Der Verkauf der Südosteuropa-Holding (SEE) der Hypo Alpe Adria an US-Fonds Advent (plus EBRD) hängt noch an allen möglichen Ecken fest. Die Republik muss für einen Verkauf noch ihren Sanktus geben, ebenso die Organe des Käufers - und die Exaktionärin BayernLB muss zustimmen. Der zur Beurteilung des Deals eröffnete Datenraum ist nach Informationen aus München erst seit Anfang dieser Woche geöffnet. Man habe aber sowieso keinen Zeitdruck, so die Sichtweise der Münchner.

Die Österreicher müssen sich dagegen sputen und den Deal zügig abwickeln, um die EU-Vorgaben zu erfüllen. Dem (potenziellen) Käufer aus den USA wurden denn auch freundliche Zugeständnisse gemacht - schon während der Due-Diligence-Phase. Die Amerikaner haben sich eine Vertragsstrafe von rund fünf Mio. Euro ausbedungen und herausverhandelt - diese Strafe würde fällig, wenn die Republik die Exklusivität der Verhandlungen mit Advent bräche.

Mit Ausstieg gedroht

Ohne diese Zusage hätte Advent die Verhandlungen abgebrochen, ist aus Verhandlerkreisen zu hören. Gerüchte, die Hypo habe Advent rund eine Million Euro an Due-Diligence-Kosten tatsächlich ersetzt, dementiert die Bank.

Auch die Bedingungen für den Erwerb der SEE-Holding mit ihren sechs Banken (Bilanzsumme: 8,4 Milliarden Euro) sind komfortabel - für den Wunsch-Käufer. Die 2,2 Milliarden Euro, die die Hypo an Liquidität in den SEE-Banken stecken hat, bleiben auch weiterhin in den Gesellschaften. Verkäuferin Republik hat zudem Garantien übernommen - und Gewährleistung für den Zustand der zum Verkauf stehenden Geldinstitute.

Kosten trägt die Republik

Auch alle Kosten, die noch aus der juristischen Vergangenheitsaufarbeitung der Banken auftauchen werden, trägt die Republik. Hohe Ausgaben drohen da besonders aus den in ganz Südosteuropa anhängigen Gerichtsverfahren, die Hypo-Kunden zu den Zinsanpassungsklauseln bei Fremdwährungskrediten initiiert haben.

Der Preis, den die Amerikaner auf den Tisch legen, wird nicht publiziert - es sollen 200 Millionen Euro sein. Das wäre über Buchwert, hatte die Hypo ihr SEE-Netzwerk doch zuletzt mit 89 Millionen Euro in den Büchern. Das ist allerdings die sehr kurzsichtige Betrachtungsweise. In der 2013er-Bilanz waren es noch 500 Millionen Euro gewesen - und 2012 noch 1,05 Milliarden Euro.

Für Unbilden dürfte jedenfalls noch gesorgt werden. Die mitbietende Via-Group des bulgarischen Oligarchen Denis Barekow, die sich mit der russischen Bank VTB (9,9 Prozent) für die SEE-Holding interessiert, hält das Verkaufsverfahren weder für fair, noch für transparent. Aus Verhandlerkreisen ist zu hören, dass das Konsortium eine Beschwerde bei der EU-Kommission vorbereitet. (Renate Graber, Andreas Schnauder, DER STANDARD, 14.11.2014)

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