Nach Demontage: Stenzel setzt auf Konfrontation

13. November 2014, 17:06
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Die von der Wiener ÖVP demontierte City-Chefin bleibt zumindest bis 2015, eine Wiederkandidatur mit einer eigenen Liste schließt sie vorerst nicht aus

Wien - Die bei der Sitzung des Bezirksparteivorstands in der Inneren Stadt quasi abgewählte Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel bringt ordentlich Unruhe in die Wiener VP. Statt einer geordneten und stillen Übergabe an den neu gewählten Spitzenkandidaten Markus Figl, wie sie sich Landesparteichef Manfred Juraczka gewünscht hätte, bleibt Stenzel auf Konfrontationskurs.

Sie kündigte in einer Aussendung an, zumindest bis zur Wahl 2015 City-Chefin zu bleiben. Stenzel möchte "mit dieser Feststellung bewusst dem irreführenden Eindruck entgegentreten, dass sie als Bezirksvorsteherin nicht mehr aktiv sei". Eine Wiederkandidatur mit einer eigenen Liste schloss Stenzel vorerst nicht aus. Aus informierten Kreisen ist zu hören, dass derzeit Möglichkeiten ausgelotet werden.

"Mit großer Freude"

Stenzel machte klar, dass Figl in der zweiten Reihe Platz nehmen müsse. Die jüngsten Personalentscheidungen hätten "selbstverständlich keine Auswirkungen auf die Amtsführung" in der City, ließ Stenzel mitteilen. Den Wählerauftrag wolle sie "bis zur Konstituierung einer neuen Bezirksvertretung in vollem Umfang und mit großer Freude wahrnehmen". Die Entscheidung, wer nächster Bezirksvorsteher wird, treffe 2015 "einzig und allein der Wähler".

Angespanntes Verhältnis

Das Verhältnis zwischen Stenzel und Figl ist laut Beobachtern angespannt. Figls Wahl wollte Stenzel nicht kommentieren, sein Name kam in Stenzels Aussendung nicht vor. Stenzels endgültige Abkehr von der VP ist offensichtlich. "Die Bewohnerinnen und Bewohner interessieren nicht parteipolitische Spielchen, sondern nur, ob ihre Anliegen ernst genommen werden. Daher nehme ich auch zu parteipolitischen Personalfragen keine Stellung."

Figl: Keine Auswirkungen auf Bezirksarbeit

Figl selbst sagte im Gespräch mit dem STANDARD, er sei davon ausgegangen, dass Stenzel bis 2015 im Amt bleibe. Auswirkungen auf die "gemeinsame Arbeit im Bezirk" hätte Stenzels Ankündigung keine. Nach der Sitzung des Bezirksvorstandes am Dienstag hatte Landesparteichef Juraczka von Stenzel noch in der Vergangenheit gesprochen. "Mein besonderer Dank gilt Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel, die fast zehn Jahre an der Spitze der Inneren Stadt gestanden ist." (David Krutzler, DER STANDARD, 14.11.2014)

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