Individuelle Mobilität im Wandel

Kolumne13. November 2014, 17:02
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Mobilität kann sich in Zukunft nicht mehr vorwiegend auf das Auto stützen

Mobilität wurde bisher überwiegend über das Auto definiert. Der materielle Vorteil für die ganze Gesellschaft war immer weit größer als die Kosten für die Errichtung der Infrastruktur, die vom Staat bereitgestellt wurde. Staatlicher Straßenbau und privates Automobilgeschäft griffen wie Zahnradpaare ineinander und funktionierten über Jahrzehnte scheinbar wie ein ökonomisches Perpetuum mobile. Autos und Treibstoff und Straßen im Überfluss haben uns fehlsichtig in Bezug auf eine optimale Nutzung der stofflichen und räumlichen Ressourcen gemacht.

Jetzt geht uns alles langsam aus: der Platz, der Treibstoff, die Luft. Das heißt, individuelle Mobilität kann sich in Zukunft nicht mehr vorwiegend auf das Auto stützen. Doch der Prozess weg von der reinen Automobilität hin zur Mobilität ist tatsächlich längst im Gang. Das haben auch die Autohersteller erkannt, die genau wissen, dass die klassische Methode, Autos unters Volk zu bringen, ein Ablaufdatum hat, zumindest sind neue Strategien zur Vermarktung der Autos gefragt.

Hübscher Anfang

Daimler hat schon vor Jahren gemeinsam mit dem Mietwagen-Unternehmen Europcar unter der Marke Car2Go in Ballungsräumen Autoflotten für kurzfristige Miete installiert. So sausen nun tausende Smarts durch Europas und Nordamerikas Großstädte, zum Teil auch elektrisch.

Nun folgt in Wien auch BMW mit Drive Now. Die Bayern bieten allerdings nicht nur Zweisitzer, sondern mehrere Modelle vom Mini Cabrio bis zum BMW X1 an. Das ist ein hübscher Anfang im Wandel des Mobilitätsverhaltens. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 14.11.2015)

  • Schon seit Jahren sausen tausende Car2go-Smarts durch die Großstädte. Nun folgen andere.
    foto: stefan puchner/dpa

    Schon seit Jahren sausen tausende Car2go-Smarts durch die Großstädte. Nun folgen andere.

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