ROG besorgt über mangelnde Unabhängigkeit rumänischer Medien

13. November 2014, 12:31
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Reporter ohne Grenzen nennt "rumänischen Berlusconi" als Beispiel - OSZE äußerte ähnliche Kritik

Bukarest - Wenige Tage vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Rumänien hat sich die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) besorgt über mangelnde Unabhängigkeit rumänischer Medien gezeigt. "Die meisten rumänischen Medien unterstehen dem Einfluss von Politik und Wirtschaft. Kritische Berichterstattung ist sehr schwierig", so ROG-Österreich Präsidentin Rubina Möhring am Donnerstag in einer Aussendung.

So unterstütze beispielsweise Antena 3, einer der wichtigsten Sender des Medienmoguls und ehemaligen Securitate-Spitzels Dan Voiculescu, im aktuellen Wahlkampf den Präsidentschaftskandidaten und amtierenden Ministerpräsidenten Victor Ponta. Private und politische Gegner werden in der Berichterstattung offensichtlich verunglimpft. Zudem wurde Voiculescu, der auch als "rumänischer Berlusconi" bezeichnet wird, erst im August dieses Jahres wegen Geldwäsche und Korruption zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Keine unabhängige Berichterstattung

Dies ist laut ROG aber kein Einzelfall. Das Problem sei, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche Unternehmer nicht nur eigene Parteien, sondern auch Medien gegründet haben. Es gebe somit so gut wie keine unabhängige und kritische Berichterstattung, prangerte die Organisation mit Hauptsitz in Paris an.

ROG-Chefin Möhring fordert die rumänische Regierung dazu auf, sich "als Mitglied der Europäischen Union endlich für mehr Meinungs-und Pressefreiheit" einzusetzen. "Es ist eine Schande, wie sehr Journalisten gegängelt und zu einem Instrument einzelner Interessenvertreter missbraucht werden", so die ROG-Chefin in der Aussendung. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Rumänien auf Platz 45 von 180 Ländern.

Ähnlich äußerte sich die Verantwortliche für Pressefreiheit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). "Journalisten muss es möglich sein, ihre Arbeit in einer freien und sicheren Umgebung zu verrichten. Alles was die verhindere, ist ein Angriff auf die Medienfreiheit", so Dunja Mijatovic in einer Aussendung. Dabei bezog sie sich auf einen Vorfall vergangene Woche, bei dem die Polizei einen Journalisten attackierte, der die Festnahme eines Mannes filmte. (APA, 13.11.2014)

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