Forscher entwickeln biologisch abbaubare Drohne aus Pilzen

13. November 2014, 12:05
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Chassis aus Myzelien, Schaltkreise aus silberhaltiger Tinte – löst sich in Wasser auf

Eine flugfähige Drohne der besonderen Art haben Forscher am Ames Research Center der US-Raumfahrtagentur NASA entwickelt. Sie besteht zu großen Teilen aus Pilzmaterial und bietet eine einfache Möglichkeit, ihre Existenz zu verschleiern.

Myzelien statt Kunststoff

Die Wissenschaftler setzten anstelle von Kunststoff bei der Herstellung des Gehäuses auf Myzelien, jenen Teil des Pilzes, der im Gegensatz zum Fruchtkörper nur selten wahrgenommen wird. Das organische Material, hergestellt von Ecovative Design, hat sich in Kombination mit einem Pflanzenfaser-Gerüst als stabil und leicht genug für einen solchen Einsatz erwiesen, berichtet New Scientist. Vor Kurzem ist der erste Testflug geglückt, wobei man auf die Steuereinheit, Propeller und Akkus herkömmlicher Quadcopter zurückgriff.

Wasserlöslich

Im Ernstfall, etwa wenn die Drohne im Laufe eines Erkundungsauftrages entdeckt wird, kann sie einfach im Wasser landen, wobei eine größere Pfütze ausreichen soll. Dort löst sich die Pilzhülle auf, was lediglich an einer weißen Trübung erkennbar ist. Zu meistern gilt es aber freilich noch das Problem der Wetterfestigkeit, da diese Eigenschaft einen Einsatz der Drohne im Regen ausschließt.

Auflösbare Schaltkreise

Allerdings können nicht alle Bestandteile des ferngesteuerten Fliegers in biologisch abbaubarer Form hergestellt werden. Jedoch haben die Forscher ihre Schaltkreise in Zusammenarbeit mit dem Startup Agic aus Tinte hergestellt, die mit silberhaltigen Nanopartikeln angereichert ist. Diese löst sich beim Kontakt mit Wasser ebenfalls auf.

Nun will man damit beginnen, auch das Innenleben der Drohne aus organischem Material zu fertigen. Zuerst widmet man sich den Sensoren und studiert derzeit den Einsatz von E. Coli-Bakterien zu diesem Zweck. Auf der Homepage des Projektes bietet man unter anderem 3D-Modelle des Drohnen-Gehäuses zum Nachdruck an. (gpi, derStandard.at, 13.11.2014)

  • Das Chassis der "Schwammerldrohne".
    foto: ames research center

    Das Chassis der "Schwammerldrohne".

  • Die Schaltkreise bestehen aus Tinte mit silberhaltigen Nanopartikeln.
    foto: ames research center

    Die Schaltkreise bestehen aus Tinte mit silberhaltigen Nanopartikeln.

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