Uhren der Woche: Panerai für Linkshänder

Ansichtssache14. November 2014, 12:55
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Was haben Beethoven, Einstein und Obama gemeinsam? Sie waren allesamt Linkshänder. Ob sie Zeitmesser von Officine Panerai getragen haben oder tragen, ist nicht bekannt. Aber Scherz beiseite, werfen wir einen Blick auf die Fakten: Da die Kampftaucher der italienischen Marine am linken Handgelenk häufig Instrumente wie Kompass und Tiefenmesser trugen, konstruierte Panerai in den 1940er Jahren Modelle für den rechten Arm: Uhren, die heute bei Linkshändern oder Fans der Panerai-Historie begehrt sind.

2014 präsentierte die Uhrenschmiede drei Linkshänder-Uhren, die mit der markanten Kronenschutzbrücke die charakteristische Markenoptik zeigen - allerdings bei der 9-Uhr-Position auf der linken Gehäuseseite:

foto: panerai

Eine klassisch-schlichte Zweizeigeruhr ist die Luminor 1950 Left-Handed 3 Days mit schwarzem Zifferblatt, Edelstahlgehäuse (47 Millimeter) und einem Handaufzugs-Manufakturwerk aus Neuchâtel: Das Kaliber P.3000, das durch den Saphirglasboden zu betrachten ist, hat dank zweier Federhäuser eine Gangreserve von drei Tagen. Sie ist bis zu 100 Metern (10 bar) wasserdicht.

Ein interessantes Detail: Das Stahlgehäuse unterscheidet sich vom klassischen Luminor 1950-Gehäuse. Denn es hat eine gewölbte Form und erinnert damit an ein Kissen-Gehäuse. Dieses Detail wurde einigen Exemplaren aus der damaligen Zeit entlehnt und markiert den Übergang von der 1936 mit einem klassischen Kissen-Gehäuse entworfenen Radiomir zur massiveren und mit einer Kronenschutzbrücke ausgestatteten Luminor.

Die Luminor 1950 Left-Handed 3 Days kostet 8.200 Euro.

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foto: panerai

Mit der Luminor 1950 Chrono Monopulsante Left-Handed 8 Days Titanio hat Panerai auch einen auf 300 Exemplare limitierten, sportlichen Chronografen für Linkshänder im Angebot. Für eine klare Linienführung der Kronenschutzbrücke rückte der Drücker für die Chronografenfunktion auf die 2-Uhr-Position des 47-Millimeter-Titangehäuses.

Eine zentrale Rolle spielt bei der Luminor 1950 Chrono Monopulsante Left-Handed 8 Days Titanio die Chronografenfunktion. Ein einzelner Drücker dient zum Starten und Stoppen der Zeitmessung sowie zur Nullrückstellung. Sofort ins Auge fällt der Minutenzähler auf der 9-Uhr-Position durch seinen im Minutentakt weiterspringenden Zeiger. Außerdem verfügt das Kaliber P.2004/9 über einen Mechanismus, der den kleinen Sekundenzeiger bei Herausziehen der Aufzugskrone sofort anhält und auf null zurückstellt. Zur sekundengenauen Synchronisierung, z. B. mit einem Zeitsignal, läuft der Sekundenzeiger erst weiter, wenn sich die Aufzugskrone wieder in ihrer normalen Position befindet.

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foto: panerai

Der transparente Gehäuseboden gibt den Blick frei auf das Kaliber P.2004/9 mit Handaufzug. Drei Federhäuser sorgen für die Gangreserve von acht Tagen - die übrigens auf der Gehäuserückseite angezeigt wird, um das Zifferblatt so minimalistisch wie möglich zu halten. Geschützt wird das Zifferblatt von einem zwei Millimeter dicken Saphirglas.

Die Luminor 1950 Chrono Monopulsante Left-Handed 8 Days Titanio ist bis 10 bar wasserdicht, was einer Tiefe von rund 100 Metern entspricht. Die Uhr kostet 17.300 Euro.

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foto: panerai

Als "ideale" Taucheruhr bewirbt Panerai die auf 1.000 Stück limitierte Luminor Submersible 1950 Left-Handed 3 Days mit schwarzem Clous de Paris-Zifferblatt, einer speziellen Art der Zifferblatt-Guillochierung oder -Prägung, bei der kleine quadratische Noppen entstehen. Sie wird auch "Hufnagelmuster" genannt und ist etwa vom Modell Audemars Piguet Royal Oak her bekannt.

Das 47-Millimeter-Gehäuse ist aus Titan und beherbergt das automatische Manufakturkaliber P.9000, das über eine Gangreserve von drei Tagen verfügt. Auf 9 Uhr befindet sich das Datumsfenster, die kleine Sekunde ist bei 3 Uhr zu finden.

Wie es sich für eine Taucheruhr (wasserdicht bis 30 bar, ca. 300 Meter) gehört, sind die Zeiger und Indexe auch in der Dunkelheit gut ablesbar und die Lünette lässt sich nur in eine Richtung drehen. Als Inspiration diente ein Modell, das in den 1950er-Jahren für die ägyptische Marine entwickelt worden war: 8.900 Euro

Info: Officine Panerai

(Markus Böhm, derStandard.at, 14.11.2014)

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