"Die Detektive" auf ORF 1: Ein Krimi wie ein Familienwagen

12. November 2014, 17:50
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Für bevorstehende Winternächte eine harmlose und dank der Hauptdarsteller komische Serie, mittwochs, 20.15 Uhr

Die Ausgangssituation ist denkbar traurig: Felix Kukla (Johannes Zirner) verliert seine Frau gleich auf der Hochzeitsreise bei einem tödlichen Tauchunfall. Wieder zuhause stirbt sein Vater, ein Privatdetektiv (Wolfgang Böck) an einem Herzinfarkt. Der Beruf von Kukla ist auch kein Quell unbändiger Lebensfreude: Er ist Buchhalter.

Die Autoren Fritz Ludl, Thomas Weingartner und Stefan Hafner bauten rund um den unglücklichen Menschen eine durchaus witzige Krimiserie. Mit einem einfachen Kniff: Sie stellen ihm einen Bruder zur Seite, der in allem so ziemlich das Gegenteil von Felix ist: Ronnie (Serkan Kaya), chaotisch, hartnäckig unbeschwert, Sohn einer Hippie-Mutter aus Griechenland. Die (Halb-)Brüder erfahren erst bei der Testamentseröffnung von einander.

Der Wohnwagenbewohner und der traurige Witwer erben die Detektei des Vaters und werden ein Ermittlerduo, das die Kunst der 45-minütigen leichten und doch soliden Unterhaltung beherrscht.

Der Charme alter Krimiserien wird nicht nur durch den schönen, alten, zuverlässigen Volvo der Brüder, die sich nerven und doch wie Ying und Yang ergänzen, heraufbeschworen. Die Serie lässt sich ohne wissenschaftliche CSI-Fälle, in denen Menschen in kühlem Licht bis in ihre Zellen zerlegt werden, blutgetränkte Splatter-Mordfälle oder Psycho-Terroristen an.

Für die bevorstehenden Winternächte scheint eine harmlose aber – auch Dank der beiden Hauptdarsteller und Lukas Resetarits, Mercedes Echerer und Katharina Straßer in Nebenrollen – komische österreichische Serie gelungen zu sein. Wenn es in diesem Stil weitergeht, kann man "Die Detektive" sogar mit (nicht zu kleinen) Kindern ansehen. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 13.11.2014)

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    foto: orf
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