Die Studentenheime der Zukunft 

13. November 2014, 05:30
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Mehr Luxus, mehr Temporäres - und Passivhausstandard

Moderne Studentenheime haben nur mehr wenig mit jenen von früher gemeinsam: Das Studentenheim von heute bietet den Studierenden zunehmend Luxus - inklusive Sauna und Fitnesscenter.

Seit 20 Jahren gibt es die Stuwo Gemeinnützige Studentenwohnbau AG. Über dreizehn Wohnheime und 2403 Wohnplätze verfügt sie derzeit, speziell in den Bundesländern sollen weitere dazukommen, hieß es kürzlich bei einem Pressegespräch.

In den nächsten 20 Jahren werde sich der Trend weiter fortsetzen, dass Studentenheime einen "Ferienheimcharakter" besitzen, meint Stuwo-Vorstand Walter Tancsits. Bei einer Bewohnerbefragung habe sich herausgestellt, dass eine eigene Küche gegenüber einer Stockwerksküche bevorzugt wird. Doch auch Raum für Gemeinschaft soll es weiterhin geben.

Container in der Seestadt Aspern

Zukunftsmusik auch in der Seestadt Aspern: Nächsten Herbst eröffnet ein temporäres Studentenheim. "Temporär" - das sieht man auch an der Architektur: Ein Holz- und ein Schiffscontainer haben sich beim Architekturwettbewerb durchgesetzt. Ursprünglich war eine Anforderung, dass die Container insgesamt fünfmal ab- und wieder aufgebaut werden müssen. Mittlerweile ist man der Meinung, dass das bloß dreimal funktionieren müsse. Die beiden Siegerprojekte erfüllen jedenfalls Passivhausstandard und gehen in Richtung Nullenergiehaus, berichtet Günther Jedliczka, Geschäftsführer von Kooperationspartner OeAD-Wohnraumverwaltung.

Gemeinsam mit der Österreichischen Jungarbeiterbewegung und dem Bauträger WBV-GPA entsteht ein weiteres Projekt in der Seestadt: Ab März soll das GreenHouse Aspern bezugsfertig sein. Es wird im Passivhausstandard errichtet, angestrebt wird laut Jedliczka gar, das erste EnergiePlus-Studentenheim der Welt zu realisieren. Und: Es werde das erste Studentenheim mit angeschlossenem Badeteich. Dass die Energiebilanz ein Grund für die Heimwahl der Studierenden ist, glaubt er nicht - was für ihn beweist, wie unkompliziert es sich in einem Passivhaus wohnt: "Oft ist es Studierenden nicht einmal bewusst, dass sie in einem Passivhaus leben." (zof, DER STANDARD, 8.11.2014)

  • Das GreenHouse Aspern will erstes  EnergiePlus-Studentenheim werden.
    visualisierung: aap-architekten

    Das GreenHouse Aspern will erstes EnergiePlus-Studentenheim werden.

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