Chemikerin Jana Roithova erhält Lieben-Preis der ÖAW

12. November 2014, 13:15
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Preise für Nachwuchswissenschafter gehen an Carolin Antos-Kuby und Daniel Kuby

Wien - Der Ignaz L. Lieben Preis der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) geht heuer an die tschechische Chemikerin Jana Roithova. Genau an ihrem 40. Geburtstag nahm sie den ältesten und mit 36.000 Dollar (umgerechnet rund 28.800 Euro) höchstdotierten Preis der ÖAW für ihre außergewöhnlichen Leistungen auf dem Gebiet der physikalisch-organischen Ionen-Chemie entgegen.

Roithova hat Organische Chemie und Physikalische Chemie an der Karls-Universität sowie am Institut für Chemische Technologie in Prag studiert, von 2003 bis 2005 arbeitete sie als Post-doc an der Technischen Universität (TU) Berlin. Seit 2014 leitet sie das Department für Organische Chemie der Karls-Universität. Roithova hat bereits mehrere renommierte Wissenschaftspreise, darunter einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats ERC, erhalten. Mit ihren Arbeiten habe sie "wesentlich zum besseren Verständnis einer Reihe von chemischen Systemen, insbesondere der organometallischen Katalyse, beigetragen", begründet die ÖAW die Auszeichnung.

Hintergrund des Preises

Der Ignaz L. Lieben-Preis wurde ursprünglich 1863 gestiftet und nach dem Gründer des Bankhauses Lieben benannt. Die Vergabe der Auszeichnung wurde 1938 wegen Verfolgung der Stifterfamilie durch die Nationalsozialisten eingestellt. Durch finanzielle Unterstützung des amerikanischen Stifter-Ehepaares Isabel und Alfred Bader konnte der Lieben-Preis reaktiviert und im Jahr 2004 erstmals neu ausgeschrieben werden. Die Auszeichnung geht an junge Wissenschafter aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Österreich für herausragende Arbeiten auf den Gebieten der Molekularbiologie, Chemie und Physik.

Ein weiterer ebenfalls vom Ehepaar Bader gestifteter Preis wird für außergewöhnliche Leistungen von Nachwuchswissenschaftern vergeben: Der mit 18.000 Dollar dotierte Bader-Preis für Geschichte der Naturwissenschaften geht heuer an die Mathematikerin, Physikerin und Philosophin Carolin Antos-Kuby (31) und den Philosophen Daniel Kuby (32) für ihr Forschungsprojekt, in dem sie sich mit "Forcing", einer der grundlegendsten Techniken in der modernen Mengenlehre, beschäftigen und mit der Frage, ob - und wenn ja, wie - diese Methode und ihre Anwendung die moderne Mengenlehre grundlegend verändert hat.

Carolin Antos-Kuby ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kurt Gödel Research Center und Doktorandin an der Fakultät für Mathematik der Universität Wien, Daniel Kuby ist Junior Fellow am IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften an der Kunstuniversität Linz. (APA/red, derStandard.at, 12. 11. 2014)

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