WhatsApp: Warnung vor Abzocke mit Kettenbrief 

12. November 2014, 16:18
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Zuerst sollen Nutzer ein Foto zum Profilbild machen, später folgt die Abmahnung aus Urheberrechtsgründen

Ein Kettenbrief sorgt derzeit für Sorgenfalten bei einigen WhatsApp-Nutzern: In dem Schreiben werden Nutzer aufgefordert, ihr Profilbild als "Zeichen der Hoffnung und Solidarität mit krebskranken Menschen" auf das mitgeschickte Bild einer Kerze auszutauschen. "Morgen sehen wir, wie viele Kerzen wir anzünden können", so die Nachricht weiter. Nutzer werden zusätzlich aufgefordert, diesen Brief an sämtliche Kontakte weiterzuleiten.

Urheberrechtsverletzung

Viele Nutzer empfinden das als schöne Geste. Über die Frage, woher das Bild stammt, machen sie sich keine großen Gedanken. Das Problem dabei: Selbst das unspektakuläre Foto einer brennenden Kerze ist urheberrechtlich geschützt. Und so folgt dann auch bald die Nachricht, dass das "Profilbild des Kettenbriefs" gelöscht werden muss, da sonst eine Urheberrechtsverletzung mit Strafe droht. Laut Meedia könnte die ganze Aktion schon mit dem Ziel gestartet worden sein, die Bilder möglichst zu verbreiten, um viele Abmahnung versenden zu können.

Rechtlich heikel

Ob Whatsapp-Nutzer bereits Zahlungsaufforderungen erhalten haben, ist momentan nicht bekannt. Rechtlich ist die Frage nicht ganz so klar: Prinzipiell gilt natürlich das Urheberrecht. Der Schaden, der durch die Verwendung erzeugt wird, hält sich allerdings in Grenzen. Denn das Profilbild bei Whatsapp können nur wenige, befreundete Nutzer sehen. Bei öffentlicher Verwendung (etwa auf Twitter) wäre dies anders, so der Rechtsanwalt Christian Solmecke zu Meedia. Auf der sicheren Seite ist jedenfalls, wer bei solchen Kettenbriefen hellhörig wird. (fsc, derStandard.at, 12.11.2014)

  • Wer Kettenbriefe auf Whatsapp empfängt, sollte hellhörig werden
    foto: reuters/ruvic

    Wer Kettenbriefe auf Whatsapp empfängt, sollte hellhörig werden

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