Kunden zahlen drauf: PS4- und XBO-Spiele als Download deutlich teurer als im Handel

12. November 2014, 12:03
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Analyse für Europa zeigt, dass Hersteller niedrigere Kosten nicht an Konsumenten weitergeben

Die digitale Distribution erspart Spielherstellern einiges an Kosten. Games, die als Download zur Verfügung gestellt werden, brauchen keine Verpackung, keine gedruckte Beschreibung, keinen Datenträger und vereinfachen nicht zuletzt die Logistik. Diese Einsparungen werden allerdings nicht immer an die Konsumenten weitergegeben. Im Fall der PlayStation 4 und Xbox One ist laut einer Analyse der Seite VG247 tatsächlich das Gegenteil der Fall: Die exklusiven Online-Stores der Konsolen, PSN und Xbox Live, bieten in Europa aktuelle Games zu höheren Preisen an als Händler die physischen Kopien auf Blu-ray.

Teurer Download

Wie die Analyse für die Märkte UK, Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien zeigt, sind Games auf PSN und Live im Schnitt klar teuerer als in Blu-ray-Form auf den lokalen Seiten des Versandhändlers Amazon. Angeschaut wurden im November erscheinende und bereits bestellbare Blockbuster wie "Call of Duty: Advanced Warfare", "Far Cry 4" und "Dragon Age: Inquisition". Eine Detailerkenntnis: Xbox Live ist etwas teuerer als PSN, beide liegen aber teils deutlich über den Handelspreisen. Am meisten für Download-Games zahlen französische Kunden, die für PS4-Downloads im Schnitt 12,51 Euro und für XBO-Downloads durchschnittlich 15,65 Euro mehr ausgeben müssen, als für die jeweiligen Blu-ray-Fassungen. Das günstigste Land für Downloads der fünf größten Märkte Europas ist Deutschland. Hier zahlt man im Schnitt auf PSN aber immer noch 1,84 Euro und auf Live 2,67 Euro mehr für aktuelle Spiele als im Handel.

Verkehrte Welt

Im Vergleich dazu schneiden US-Angebote der digitalen Distributionsplattformen besser ab. Hier sind Games als Download tatsächlich etwas günstiger zu haben als auf Blu-ray.

Dass Handelspreise in Europa um so vieles besser sind als jene auf PSN und Live dürfte auf den höheren Wettbewerb zwischen Händlern zurückzuführen sein. Während sich internationale Ketten wie Gamespot und Media-Markt mit lokalen Geschäften und Online-Händlern wie Amazon vergleichen müssen, genießen Sony und Microsoft bei der Download-Distribution für ihre Konsolen eine Monopolstellung. Hier liegt es einzig an den Spielherstellern, ihre Produkte attraktiver zu bepreisen. Gleichzeitig wird der Umstand ausgenutzt, dass der Download für Konsumenten bequemer ist, als ins Geschäft zu gehen. Dafür nehmen Kunden bislang nicht nur höhere Preise, sondern auch die Internetkosten für dutzende Gigabyte große Downloads in Kauf. (zw, derStandard.at, 12.11.2014)

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VG247

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