Neuer ÖBB-Fahrplan: Tickets werden um 1,1 Prozent teurer

12. November 2014, 11:56
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Flughafen Wien an den Fernverkehr angeschlossen - 500.000 zusätzliche Zugkilometer

Wien - Am 14. Dezember tritt der neue ÖBB-Fahrplan in Kraft. Damit werden auch die Tickets "etwas teurer", sagte ÖBB-Chef Christian Kern bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien. Der durchschnittliche Preisanstieg betrage 1,1 Prozent, was "deutlich unter der Inflationsrate liegt", so Kern. Der neue Fahrplan bringt auch zusätzliche Verbindungen und kürzere Fahrzeiten. Kern versprach "mehr Bahn denn je".

Verbundtickets, Preise für die Sparschiene und die Vorteilscard bleiben laut ÖBB unverändert. Nach Angaben der Bahn bedeuten die neuen Tarife eine Preissenkung oder gleichbleibende Preise für 40 Prozent der ÖBB-Kunden.

Auf 31 Tarife reduziert

Seit drei Jahren arbeite man an der Vereinfachung, sagte Kern. So sei es gelungen, von 118 auf 31 Tarife zu reduzieren. Deutlich billiger wird beispielsweise die Strecke Wien-Mitte zum Flughafen, der auch erstmals an den Fernverkehr angeschlossen wird. Hier kostet ein Vollpreisticket künftig 2,40, bisher waren es 4,10 Euro.

Tiefer in die Tasche greifen müssen Kunden etwa vom Wiener Westbahnhof nach Innsbruck, statt 66,10 müssen hier 69,10 Euro bezahlt werden. Erhöht werden auch die Kosten für die Österreichcard, um 2,5 Prozent in der zweiten und um fünf Prozent in der ersten Klasse. Für Jugendliche kostet diese Karte so beispielsweise 1.024 statt bisher 999 Euro im Jahr. Das seien 2,90 Euro pro Tag und damit immer noch weniger als Getränke, die die Jugendlichen konsumieren, sagte Birgit Wagner, Vorständin des ÖBB-Personenverkehrs.

Aus für SMS-Handytickets

Besitzer der Österreichcard 2. Klasse müssen bei einem Upgrade künftig tiefer in die Tasche greifen. Waren bisher dafür einheitlich sieben Euro zu zahlen, gilt künftig die gleiche Regelung wie bei einer Vorteilscard: Kunden erhalten auf den Differenzbetrag zwischen den beiden Klassen 50 Prozent Ermäßigung. Für das SMS-Handyticket bedeutet der neue Fahrplan das Aus, diese Variante wird laut ÖBB seit der Einführung der Ticket-App vor zwei Jahren kaum noch genutzt.

Für alle Landeshauptstädte mit mehr als 50.000 Einwohnern gibt es ab 14. Dezember eine einheitliche Stadtverkehrsregelung. So gelten in Wien, St. Pölten, Linz, Salzburg, Innsbruck, Graz und Klagenfurt alle ÖBB-Bahnhöfe künftig als ein jeweiliger Stadtverkehrsbahnhof. Es spielt dann keine Rolle mehr, von welchem Bahnhof man abfährt oder ankommt.

Railjet von Graz via Wien nach Prag

Ab dem Fahrplanwechsel halten alle Fernverkehrszüge von und nach Süden (Steiermark, Kärnten, Italien, Slowenien), Osten (Budapest) und Norden (Brünn, Prag, Warschau) zusätzlich zu Wien-Meidling auch am neuen Hauptbahnhof. Dieser ist zugleich auch der neue Start- und Zielbahnhof für alle Nacht- und Autoreisezüge.

Ab 14. Dezember gibt es eine Railjet-Verbindung von Graz via Wien nach Prag im Zwei-Stunden-Takt, die Fahrzeit verkürzt sich um eine Stunde auf sechs Stunden und 53 Minuten. Neu ist auch die Direktverbindung aus dem Westen über den Wiener Hauptbahnhof zum Flughafen. Mit dem ICE ist man somit in einer Stunde und 47 Minuten von Linz am Wiener Flughafen, damit komme man mit "einmal Umsteigen von Linz nach New York", erläuterte Wagner.

ÖBB-Autoreisezüge auf Nachtfahrten umgestellt

Zwischen Wien und Salzburg fahren alle Intercitys künftig im Takt, also immer zur Minute 56, in Wien-West ab. Alle ÖBB-Autoreisezüge werden dafür auf Nachtfahrten umgestellt, weil diese maximal 160 km/h fahren können und somit nicht in das Taktgefüge passen. Erweiterungen gibt es auch im Nah- und Regionalverkehr der ÖBB. Für Kunden bringt der neue Fahrplan 500.000 zusätzliche Zugkilometer, insgesamt sind es 2015 damit 95,73 Millionen Kilometer.

Bei den österreichischen Railjet-Garnituren weiterhin nicht möglich ist eine Fahrradmitnahme. Eine Umrüstung war bereits für das Frühjahr 2013 angekündigt worden. Diese soll nun bis zum Beginn der Radsaison im Frühjahr 2015 erfolgen, sagte Kern. Mit dem neuen Fahrplan werden jedoch zahlreiche Verbindungen auf den Railjet umgestellt.

Für Reisende nach Kärnten bedeutet das beispielsweise, dass sie bis zur Nachrüstung nur mehr im Nachtzug nach Venedig ihr Fahrrad mitnehmen können. Dieser Eurocity ist künftig übrigens mit einem Speisewagen unterwegs. Kritik an der Tarifgestaltung bei Radmitnahme gab es am Mittwoch bereits von der Radlobby Österreich. Die Petition "Vorfahrt für Rad & Bahn" wurde gestartet.

Zufrieden zeigte sich Kern mit der Entwicklung der Fahrgäste. Trotz eines günstigeren Benzinpreises sie die Zahl der Bahnfahrer gewachsen. So gab es in den ersten drei Quartalen 2014 rund zwei Millionen Fahrgäste mehr. (APA, 12.11.2014)

  • Mitte Dezember ändert sich der Fahrplan der ÖBB. Zwischen Wien und Salzburg fahren alle Intercitys künftig im Takt zur Minute 56 in Wien-West ab.
    foto: apa/barbara gindl

    Mitte Dezember ändert sich der Fahrplan der ÖBB. Zwischen Wien und Salzburg fahren alle Intercitys künftig im Takt zur Minute 56 in Wien-West ab.

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