Kind verbrüht: Bericht noch nicht bei Staatsanwaltschaft

12. November 2014, 11:36
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Vater weiterhin auf freiem Fuß – Zweijähriges Mädchen war am Montag gestorben

Wien - Der Vater des zweijährigen Mädchens Leonie, das am Montag im Wiener SMZ Ost seinen Verletzungen erlegen ist, befand sich am Mittwoch weiterhin auf freiem Fuß. Laut Maria-Luise Nittel, der Leiterin der Staatsanwaltschaft Wien, ist der schriftliche Bericht des Krankenhauses bisher nicht eingetroffen. Dieser müsse abgewartet werden, um über weitere Schritte zu beraten.

Gegen den 26-jährigen Vater wird wegen des "Quälens oder Vernachlässigens unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen" ermittelt. Er soll das Kleinkind als Strafe unter der Dusche mit heißem Wasser verbrüht haben. Der Verdächtige sagte bisher aus, er habe statt des kalten irrtümlich das heiße Wasser aufgedreht.

Das Mädchen war vor mehr als zwei Wochen ins SMZ Ost eingeliefert worden. Die Verbrennungen waren so gravierend, dass das Kind in Lebensgefahr schwebte. Trotz aller ärztlichen Bemühungen starb es Montagmittag.

Psychologische Unterstützung für Bruder

Laut Herta Staffa, Sprecherin des Wiener Jugendamtes, gab es bei der Betreuung der Familie vorerst keine Neuigkeiten: Der Bruder des verstorbenen Mädchens - er ist im Volksschulalter - wird weiterhin psychologisch unterstützt. Es gebe keine Hinweise, dass dem Buben Gewalt angetan worden sei.

Eine Sozialarbeiterin halte engen Kontakt mit der Familie. Es spreche derzeit nichts dagegen, dass die beiden Söhne - der zweite ist ein Säugling - bei ihrer Mutter groß werden. Mit einer einstweiligen Verfügung ist der Verdächtige aus der Familie weggewiesen.

Quälen mit Todesfolge

Der 26-Jährige sieht sich derzeit einem Verdacht nach dem Paragrafen 92 StGB ausgesetzt. An sich ist, "wer einem anderen, der seiner Fürsorge oder Obhut untersteht und der das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder wegen Gebrechlichkeit, Krankheit oder einer geistigen Behinderung wehrlos ist, körperliche oder seelische Qualen zufügt," mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.

Im Fall von Leonies Vater geht es aber mittlerweile um Quälen mit Todesfolge, was bei einer Verurteilung ein bis maximal zehn Jahre Haft nach sich zieht. Wer seinem Opfer Dauerfolgen nach diesem Paragrafen zufügt, hat mit sechs Monaten bis fünf Jahren Haft zu rechnen. (APA, 12.11.2014)

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