Amnesty: Keine Besserung für Arbeiter im WM-Gastgeberland Katar

12. November 2014, 10:34
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Angekündigte Maßnahmen wurden großteils nicht umgesetzt

London - Auch sechs Monate nach den durch die katarische Regierung angekündigten deutlichen Verbesserungen für Gastarbeiter sind die Bedingungen für Fremdarbeiter im Austragungsland der Fußball-WM 2022 nahezu unverändert schlecht. Dies geht aus einem neuen Bericht der unabhängigen Menschenrechtsorganisation Amnesty International hervor.

"Nur einige wenige der im Mai angekündigten Maßnahmen sind bislang umgesetzt worden. Insgesamt sind die unternommenen Schritte unzureichend", sagte Sherif Elsayed-Ali, Leiter der Abteilung Flüchtlings- und Migrantenrechte bei Amnesty: "Es besteht dringender Handlungsbedarf, damit wir kein auf Zwangsarbeit und Ausbeutung aufgebautes WM-Turnier erleben."

Leere Versprechen

Der Wüstenstaat habe zwar umfassende Reformen angekündigt, sie aber nur unzureichend in die Tat umgesetzt. "Bislang gab es nicht viel mehr als das Versprechen, die Bedingungen zu verbessern", sagte Elsayed-Ali, der bemängelte, dass die Regierung "die Füße vor den wirklich wichtigen Veränderungen einzieht."

Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel

Dies betreffe insbesondere den Punkt, dass Gastarbeiter weiterhin nicht ohne Erlaubnis ihres Arbeitgebers das Land verlassen dürfen, da ihre Pässe einbehalten werden. Die Organisation forderte den Wüstenstaat erneut zum Handeln auf, da Katar andernfalls "die Glaubwürdigkeit aufs Spiel" setze.

Der Amnesty-Bericht bestätigte damit die Kritik der Vorsitzenden des EU-Menschenrechtsausschusses, Barbara Lochbihler, die bereits Ende Oktober in einem Brief an den FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter die Bedingungen im WM-Gastgeberland bemängelt und dem Weltverband mangelndes Verantwortungsbewusstsein vorgeworfen hatte.

"Bei meinem Besuch in dem Golfstaat vor einigen Monaten kündigte man mir noch weitreichende Reformen an", teilte Lochbihler in einem neuerlichen Statement am Dienstagabend mit: "Wie der jüngste Bericht von Amnesty International erneut bestätigt, ist rein gar nichts geschehen." (sid, 12.11.2014)

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