Fall Bakary J.: Umstrittener Gutachter bleibt

11. November 2014, 20:43
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Wiener Landesgericht sieht keine Befangenheit

Wien - Im Fall Bakary J. sieht das Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen (ZRS) keine Befangenheit des bestellten Gutachters Norbert Loimer. Das berichtete "Profil online" am Dienstagabend unter Berufung auf die Anwaltskanzlei Rast, die den 2006 von Wega-Polizisten schwer misshandelten gebürtigen Gambier vertritt. Die Kanzlei hatte Loimer wegen Befangenheit und Voreingenommenheit abgelehnt.

"Das Gericht hat keine Befangenheit des Sachverständigen gesehen", sagte Beatrix Engelmann, Vizepräsidentin des Landesgerichts. Dem Antrag auf Ablehnung sei daher nicht stattgegeben worden.

Amtshaftungsklage

Von dem Gutachten des Sachverständigen soll abhängen, ob Bakary J. eine finanzielle Wiedergutmachung erhält, die über die 110.000 Euro hinausreicht, die ihm die Finanzprokuratur zugestanden hat. In einer gegen die Republik gerichteten Amtshaftungsklage fordert sein Anwalt Nikolaus Rast weitere 375.000 Euro und eine monatliche Pension von 1.000 Euro.

Loimer hatte im September das Gutachten vorgelegt und Bakary J. darin als "extrem praktizierenden Moslem" bezeichnet, "massiven Unbill" erkannt und keine Anhaltspunkte für eine schwere Traumatisierung gesehen - im Gegensatz zu sechs Vorbefunden, in denen eine posttraumatische Belastungsstörung attestiert worden war. Daraufhin wurde von der Kanzlei Rast ein Antrag wegen Befangenheit eingebracht. (APA, 11.11.2014)

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