Mahnmal in Haslach: Später Wandel der Erinnerungskultur

11. November 2014, 17:07
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Gedenken an zehn Opfer der NS-Euthanasie auf dem Kirchenplatz

Linz – Lange wurde geschwiegen. Sei es aus Scham, Verdrängung oder manchmal auch aus Unwissenheit. Die kleine Mühlviertler Gemeinde Haslach bildet da keine Ausnahme.

Doch über 70 Jahre später hat man sich jetzt, dank der Eigeninitiative mehrerer engagierter Bürger und gegen manch heftigen Widerstand, zu einer Geschichtsaufarbeitung im öffentlichen Raum entschlossen. Mit einer Gedenktafel erinnert nun jener Ort, in dem bis 1988 Adolf Hitler noch Ehrenbürger war, an zehn bis dato unbekannte Haslacher Opfer der NS-"Euthanasie". Den Anstoß für die Initiative gab der gebürtige Haslacher Schriftsteller Peter Paul Wiplinger bereits im Jahr 2010.

Nach vier Jahren intensiver Recherche- und Überzeugungsarbeit wurde die Tafel nun an einem Stein auf dem Kirchenplatz angebracht – ganz bewusst vor den Gedenktafeln für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs und dem Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, 12.11.2014)

  • Stilles Gedenken an zehn Opfer mörderischen Rassenwahns.

    Stilles Gedenken an zehn Opfer mörderischen Rassenwahns.

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