Traisental: Glasklare, saftige Weißweine

Kolumne25. November 2014, 16:19
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Ein Blick auf die Rieslinge und Veltliner des Traisentals

"Was sagt euch Traisental?", wurde kürzlich in vinophiler Runde gefragt - als Antwort gab es erstaunte Gesichter. Selbst erklärten Weinfans fällt dieses gar nicht so kleine Gebiet zwischen Krems und St. Pölten am südlichen Donauufer selten ein, wenn es um gute Veltliner und Rieslinge geht.

Dank der Aktivitäten einer jungen Winzergeneration hat sich das Traisental gemausert. Aktiv wurde man hier nicht, um Wein und Gebiet möglichst schreiend zu vermarkten, sondern in puncto Forschung zu Geologie und Klima. Und das wirkt sich so aus, dass dieses bis dato unbeachtete Gebiet in einschlägigen Verkostungen immer öfter mit Weißweinen aufzeigt, die zum Feinsten zählen, was Österreich aus den genannten Rebsorten zu bieten hat.

Vielschichtigkeit und Mineralität

Grüner Veltliner ist bei weitem am wichtigsten. Elegantester Riesling kommt von den kargeren, oberen Rändern der breit terrassierten Hänge, deren Böden ein Gemisch aus Löss, etwas Ton und Kalksteinen sind, welche die Traisen in grauer Vorzeit aus den Alpen heranschwemmte. Eine kleine Granitinsel beim Dunkelsteiner Wald ist geologisch der Böhmischen Masse zuzurechnen (wie auch die Wachau).

Freunde glasklarer, saftiger Weißer mit Vielschichtigkeit und Mineralität werden hier ihre Freude haben. Denn eine "matte Sache" sind die Traisental-Weine ganz und gar nicht. (Luzia Schrampf, Rondo, DER STANDARD, 14.11.2014)

Empfohlene Betriebe z.B. Ludwig Neumayer, Markus Huber, Tom Dockner, Rudi Hofmann, Leopold Figl (nicht verwandt!)

  • Das bis dato unbeachtete Gebiet überrascht mit feinen Weißweinen.
    foto: apa / wolfgang runge

    Das bis dato unbeachtete Gebiet überrascht mit feinen Weißweinen.

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