Kein Mist: Stoff für den Kompost

18. November 2014, 07:56
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Die Schweizer Freitag-Brüder machen nun Mode aus selbstentwickelten Materialien.

Zwei Jahrzehnte nachdem Markus und Daniel Freitag (im Bild) ausgediente Lkw-Planen, Autogurte und Fahrradschläuche zu den legendären Taschen recycelten, versucht sich das Label nun mit ökologisch einwandfreien Textilien. Dem Trend entsprechend will man also politisch korrekt und nachhaltig sein. Die Hosen, Shirts und Latzkleider sind scheuerfest und temperaturregulierend und haben das Zeug zum Blumendünger. Auf dem Komposthaufen bringen sie es auf eine Halbwertszeit von wenigen Monaten.

foto: oliver nanzig
Halbzeit: Eine F-Abric Hose aus dem Freitag Kompost.

Österreichisches Buchenholz

Das Material namens F-Abric für die ursprünglich als Mitarbeiterkleidung geplante Erstkollektion haben die Schweizer mit einigen Fehlversuchen selbst entwickelt. Produziert wird zu fairen Bedingungen in Europa, und die Fasern aus Leinen, Hanf und Modal - Letzteres stammt von österreichischem Buchenholz - kommen aus einem Umkreis von 2500 Kilometern. Das Ergebnis ist ein ökologischer Fußabdruck, der viel kleiner ist als jener von Baumwolle.

foto: oliver nanzig
Eine Workpant aus der aktuellen Kollektion.

Hose mit Schraubverschluss

Selbst die Hemdknöpfe aus Steinnuss und das normalerweise aus Polyester bestehende Nähgarn aus Holz werden wieder zu Erde. Das einzige Teil, das auch nach fünfjähriger Tüftelei nicht biologisch abbaubar daherkommt, ist der Hosenknopf aus Metall. Der hat dafür einen patentierten Schraubverschluss und darf dem Sitz der nächsten Hose dienen. Nur für den Fall, dass die alte einmal auf den Misthaufen wandert. (Marietta Adenberger, Rondo, DER STANDARD, 14.11.2014)

foto: pascal grob
Ein Workdress. Gibt es in Grün und Blau.

Die F-Abric-Textilien sind seit Anfang November im Wiener Freitag Store in der Neubaugasse 26, 1070 Wien, erhältlich.

www.freitag.ch

  • Die Brüder Markus und Daniel Freitag mit ihrer Öko-Kleidung.
    foto: lukas wassmann

    Die Brüder Markus und Daniel Freitag mit ihrer Öko-Kleidung.

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