Album der Woche: The Skull Defekts und "Street Metal"

13. November 2014, 17:10
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Die schwedische Band hat sich bemüht, neben Freistil auch Eingängigkeit im Auge zu behalten, die dann auch gern ein wenig elektronisch blubbern darf

Die schwedische Band besteht aus Veteranen der experimentellen Musik. Mit Gitarrist Joachim Nordwall, der unter anderem schon mit Mika Vanio von den finnischen Minimal-Techno-Pionieren Pan Sonic oder derzeit mit dem schwedischen, im burgenländischen Nickelsdorf lebenden Jazz-Saxofonisten Mats Gustafsson im Fire! Orchestra zusammenarbeitet, hat sie sogar so etwas Ähnliches wie einen Star in ihren Reihen. Den seine Texte frei assoziierenden und mit kruden Metaphern freigiebig um sich werfenden Daniel Higgs kennt man eventuell aus seinem früheren Leben als Sänger der US-Post-Hardcore-Band Lungfish. Die drei restlichen Musiker bearbeiten Gitarre, Tasten, Tastatur und ein ständig Reißaus nehmen wollendes Schlagzeug. Kinder, die Liesl von der Postmoderne ist wieder da!

Im Wesentlichen rappelt es nicht nur auf früheren Meisterwerken wie dem Album Dances in Dreams of the Known Unknown ganz gehörig. Für das jetzt beim spitzenmäßigen britischen Elektroniklabel Diagonal erschienene Album Street Metal hat man sich besonders darum bemüht, neben Freistil auch Eingängigkeit im Auge zu behalten, die dann auch gern ein wenig elektronisch blubbern darf. Eingängig sein und The Skull Defekts geht so gut zusammen, wie wenn man Helmut Berger bittet, sich bei einer Essenseinladung ordentlich zu benehmen. Diese Sache macht ordentlich Spaß. (schach, Rondo, DER STANDARD, 14.11.2014)

  • The Skull Defekts – "Street Metal" (Diagonal)
    cover: diagonal

    The Skull Defekts – "Street Metal" (Diagonal)

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