Derby-Krawallmacher ausgeforscht

11. November 2014, 12:26
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Abschuss von Leuchtkugel löste Tumulte aus - 23-Jähriger wurde erst nach Derby-Vorfällen mit Hausverbot belegt

Wien - Im Rahmen des 311. Wiener Derbys zwischen Rapid und der Austria ist es am Sonntag im Ernst-Happel-Stadion zu Ausschreitungen gekommen. Auslöser war eine aus dem Austria-Fansektor abgefeuerte Leuchtkugel. Die Polizei berichtete am Dienstag, dass der Krawall-Initiator nun ausgeforscht wurde: Es handelt sich um einen 23-Jährigen. Allerdings war er nicht, wie ursprünglich berichtet, Mitglied des offiziell verbotenen Austria-Fanklubs "Unsterblich", und er war auch nicht mit einem Stadionverbot belegt.

Stadion- und Hausverbot wurden erst nach dem Derby beantragt, weitere Schritte werden rechtlich geprüft. Die Identifikation des Krawall-Initiators, der auch nicht Mitglied eines anderen Fanclubs ist, geschah unter anderem dank der Zeugenaussagen von Personen aus dem Austria-Fansektor.

Zwischen Rapid- und Austria-Sektor: Ausschreitungen beim Wiener Derby.

Der 23-Jährige schoss die Leuchtkugel in einen neutralen Familiensektor. Es kam daraufhin zu tumultartigen Raufereien. Augenzeugen zufolge war es zuvor zu Provokationen von beiden Seiten gekommen. Nach aktuellen Angaben gab es drei Festnahmen, drei Personen wurden verletzt. Außerdem hagelte es Anzeigen nach dem Pyrotechnikgesetz.

Nicht bis zum Happel-Stadion schafften es Fans des Budapester Klubs Ferencvaros, die mit einem Rapid-Fanclub befreundet sind. Die 103 Ungarn reisten mit zwei Reisebussen an, wurden jedoch von der Polizei in der Schüttelstraße abgefangen, noch bevor sie in Stadionnähe gelangen konnten. Die Hooligans seien mit Steinschleudern, Nunchakus und Messern ausgerüstet gewesen, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Sie hatten keine Matchkarten und trugen Schutzausrüstung an Armen und Beinen sowie Mundschutz.

Bundesliga zieht Konsequenzen

Sowohl den Vereinen als auch an den Krawallmachern droht in verbandsinternen Verfahren Ungemach durch die Bundesliga. Wie die Liga am Dienstag mitteilte, reichen die Sanktionen im "Klubverfahren" bis zu einer Geldstrafe von 150.000 Euro, einzelnen Personen drohen bundesweite Stadionverbote.

"Gegen ausgeforschte Beteiligte werden unverzüglich Stadionverbotsverfahren durchgeführt", erklärte Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer in einer Aussendung. Das sei nach Datenübermittlungen durch das Innenministerium und Anträgen der Klubs möglich. Die Stadionverbote würden für mindestens sechs Monate und maximal zehn Jahre ausgesprochen.

Stellungnahme der Vereine erwartet

Sowohl Rapid als auch die Wiener Austria hätten nun zehn Tage Zeit, schriftliche Stellungnahmen abzugeben sowie sämtliche sachdienliche Beweise vorzulegen. Der Senat 1 werde im Anschluss eine Entscheidung fällen.

Der Strafrahmen für "Verletzung der Veranstaltungsbestimmungen" sowie für "missbräuchliche Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen" reicht bis zu 100.000 Euro, einer Platzsperre und/oder der Austragung von Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Im Falle der Feststellung beider Delikte durch den Senat 1 könnte sich der Strafrahmen auf 150.000 Euro erhöhen. (APA, 11.11.2014)

Ein Statement in Wien-Favoriten.
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