Strahlend: Tipps für gute Radbeleuchtung

11. November 2014, 18:21
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So kommt man optimal beleuchtet und folglich gut durch den Winter

Noch laden frühlingshafte Temperaturen und traumhaftes Wetter zum Radeln ein - was aber nichts daran ändert, dass die Tage immer kürzer werden. Und schon tauchen sie wieder auf: jene Radfahrer, die ohne oder mit unzureichender Beleuchtung durch die Dunkelheit brettern.

Dabei ist es ein Leichtes, sich selbst und sein Rad für die anderen Verkehrsteilnehmer sichtbar zu machen: Es gibt zahlreiche und auch günstige Beleuchtungsmöglichkeiten. Dass die Angabe von Lux und Lumen allerdings nur bedingt für die Qualität steht, hat pressedienst-fahrrad.de recherchiert.

Irreführende Angaben

Klassische Leuchtmittel wie Glüh- und Halogenlampen haben am Fahrrad ausgedient: Heutige LED-Beleuchtung hat mit den Funzeln des letzten Jahrhunderts nicht mehr viel gemeinsam. Doch die Kraft der Halbleiter muss zielgerichtet genutzt werden.

Beleuchtungsstärke und Lichtstrom mit den Einheiten Lux und Lumen werden oft verkaufsdienlich herangezogen - doch was sagen diese Einheiten über einen Scheinwerfer aus? "Die Beleuchtungsstärke in Lux beschreibt die Lichtleistung auf einer angestrahlten Fläche", erläutert Frank Regge vom Hersteller Busch & Müller. "Diese Fläche kann jedoch sehr klein sein. Ein Laserpointer etwa strahlt mit mehreren tausend Lux, doch am Fahrrad ist derart gebündeltes Licht fehl am Platz."

Die bloße Angabe des Lichtstroms in Lumen führe ebenfalls in die Irre: Der Lichtstrom beschreibt schließlich das insgesamt abgegebene Licht der Lichtquelle, trifft aber keinerlei Aussage über die Richtung oder Gleichmäßigkeit. Außerdem würden oftmals Messwerte angegeben, die sich lediglich auf das Leuchtmittel, nicht jedoch auf die Lampenkonstruktion bezögen. Dabei blieben Aspekte wie die Kühlung des Scheinwerfers unbeachtet, die erhebliche Auswirkungen auf den Wirkungsgrad im Einsatz haben, so der Experte.

Homogenität entscheidend

Wichtig sei, die Abstrahlcharakteristik und das resultierende Lichtfeld des Scheinwerfers zu beachten: "Bei indirekter Ausleuchtung mittels eines integrierten Spiegels lässt sich das Lichtfeld präzise berechnen. Komplex geformte Spiegel, die in guten Scheinwerfern verbaut werden, sorgen für breite Ausleuchtung des Nahbereichs direkt vor dem Rad, strahlen aber auch in 30 Meter Entfernung noch sehr homogen", ergänzt Regge. Auf diese Homogenität komme es beim Fahrradlicht vor allem an. Das erzeugte Lichtfeld eines Scheinwerfers sei entscheidend für gute Ausleuchtung bei jedem Tempo, ob auf der Geraden oder in Kurven.

Auch moderne Rücklichter stellen ihre Vorfahren in den Schatten. "Mit sogenannten Glühbirnen betriebene Lampen finden an aktuellen Qualitätsrädern keinen Platz", sagte Anke Namendorf vom Hersteller Koga. LEDs sind auch am Fahrradheck Stand der Technik, ebenso wie die Standlichtfunktion.

Akku- oder Dynamobeleuchtung?

"Gerade am Rücklicht, das man nicht im Blick hat, spielen die langlebigen LEDs ihre Trümpfe aus. Man kann sich auch beim Ampelstopp sicher sein: Die anderen Verkehrsteilnehmer sehen mich", sagt Namendorf. Mancher Lichthersteller geht da noch weiter: Prismenkonstruktion und Elektronik machen Distanzwarnsysteme sowie Rückleuchten mit Bremslichtfunktion schon heute verfügbar.

Trotz der Flexibilität und des niedriges Preises von abnehmbaren Lichtern sind sich die Fachleute einig: Batterie- und Akkubeleuchtung richtet sich vornehmlich an Sportler. Absolutes Qualitätskriterium am Stadt-, Trekking- oder Reiserad sei nach wie vor eine fest installierte Anlage mit leichtlaufendem Nabendynamo und LED. Stand der Technik und verbreitetes Sicherheitsplus sind Standlicht, Bremslicht und Tagfahrlicht.

Die Zukunft wird hell

"In Zukunft werden wir am Fahrrad mehr Integration erleben. Scheinwerfer mit Aufblendlicht und geschwindigkeitsabhängiger Ausleuchtung: nah und breit bei langsamer Fahrt, dafür schmaler und weiter im Trab", sagt Stefan Stiener vom Reiseradhersteller Velotraum. Solche gebe es schon jetzt auf dem Markt. "Mit manchen Scheinwerfern kann man über einen internen Pufferakku auch Smartphones, Digitalkameras und Navis per USB-Buchse laden. Gerade für Reiseradler ist es toll, wenn sie über mehrere Tage unabhängig von Steckdosen unterwegs sein können."

Die Firma bietet an ihren Rädern außerdem Gabeln an, die den Nabendynamostrom steckerlos zur Lichtanlage leiten - sobald das Vorderrad "Gabelkontakt" hat und rollt, können die Strahler loslegen. Und auch am Heck des Rades werden immer mehr Funktionen zusammengefasst, wie Peter Ronge von Racktime erklärt: "Inzwischen werden Leuchtleisten in unsere Gepäckträger eingebaut, die mit Standlichtfunktion und Distanzwarnung ausgestattet sind. Durch die Integration sind sie zudem diebstahl- und unfallsicher." (red, derStandard.at, 11.11.2014)

Wissen: Das richtig ausgestattete Fahrrad

Die Straßenverkehrsordnung hat klare Vorschriften über die Beleuchtung und die weitere Ausstattung eines Fahrrads. Diese Ausrüstung ist laut fahrradwien.at vorgeschrieben:

  • Weißer, nach vorne wirkender Rückstrahler oder Rückstrahlmaterialien mit einer Lichteintrittsfläche von mindestens 20 Quadratzentimetern. Die Rückstrahler dürfen mit dem Scheinwerfer verbunden sein.
  • Roter, nach hinten wirkender Rückstrahler oder Rückstrahlmaterialien mit einer Lichteintrittsfläche von mindestens 20 Quadratzentimetern. Die Rückstrahler dürfen mit dem Scheinwerfer verbunden sein.
  • Gelbe Rückstrahler an den Pedalen
  • Reifen, deren Seitenwände ringförmig zusammenhängend weiß oder gelb rückstrahlend sind. Auch Katzenaugen und Speichensticks in ausreichender Anzahl sind erlaubt.
  • Hellleuchtender weißer oder hellgelber Scheinwerfer. Der Scheinwerfer muss mit dem Fahrrad fest verbundenen sein und darf nicht blinken.
  • Rotes Rücklicht, das blinken darf
  • Zwei voneinander unabhängig wirkende Bremsen
  • Fahrradklingel oder Hupe
  • Klassische Leuchtmittel wie Glühlampen haben ausgedient - die Zukunft erstrahlt als LED.
    foto: pd-f/kay tkatzik

    Klassische Leuchtmittel wie Glühlampen haben ausgedient - die Zukunft erstrahlt als LED.

  • Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit ist eine gute Beleuchtung das Um und Auf.
    foto: abus/pd-f

    Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit ist eine gute Beleuchtung das Um und Auf.

  • So sollte ein Rad idealerweise ausgestattet sein.
    foto: fahrradwien.at

    So sollte ein Rad idealerweise ausgestattet sein.

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