Zwei Tote nach schweren Unwettern in Ligurien

11. November 2014, 17:15
posten

Auch Überflutungen im Friaul, Unwetterwarnung für Toskana - In der Schweiz wurde Spital am Lago Maggiore evakuiert

Rom/Genua/Locarno - Eine neue Schlechtwetterfront hat Italien erreicht und zu Unwettern in der Region Ligurien geführt. In Leivi nahe Genua wurde ein Haus von einem Erdrutsch verschüttet, die beiden Bewohner - ein Ehepaar - wurden tot aufgefunden.

Einsatzkräfte entdeckten die Leichen der beiden Senioren in den Trümmern ihres zerstörten Hauses, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

Heftige Unwetter

Heftige Unwetter halten den Norden Italiens seit einiger Zeit in Atem. Bereits im vergangenen Monat waren dabei mehrere Menschen getötet worden. In mehreren Gemeinden war die Stromversorgung unterbrochen. Ein Autobahnabschnitt bei Genua war gesperrt.

Im Badeort Chiavari traten zwei Flüsse über die Ufer und überschwemmten Geschäfte, Lager und Keller. Die Feuerwehr brachte Dutzende Menschen in Sicherheit. Wegen eines Erdrutsches war die Bahnlinie zwischen Zoagli und Chiavari unterbrochen. Auch in Rapallo kam es zu Überflutungen.

Bewohner von Carrara gewarnt

Neuerliche starke Regenfälle werden auch in der Toskana erwartet. In Carrara, an der Grenze Liguriens und der Toskana, warnten die Behörden vor möglichen Überschwemmungen und forderten die Menschen auf, die unteren Stockwerke ihrer Häuser zu räumen. Nach Überschwemmungen in der vergangenen Woche war der Bürgermeister von Carrara kritisiert worden, weil er die Bevölkerung nicht rechtzeitig gewarnt hatte.

Der Zivilschutz hat 200 Plätze in einer Messehalle in Carrara bereitgestellt, sollten Familien aus Sicherheitsgründen ihre Wohnungen verlassen müssen. Plätze stehen auch in Hotels zur Verfügung.

Auch Probleme im Friaul

Weit mehr Regen als zu dieser Jahreszeit üblich macht auch den Menschen im Friaul zu schaffen. Die Staatsstraße Pontebbana war wegen Überflutungen zwischen Gemone und Artegna blockiert. In Cergneu in der Provinz Udine wurden mehrere Häuser evakuiert, weil Erdmassen abzurutschen drohten. Keller und Wohnungen wurden auch in der Ortschaft San Gervasio überschwemmt, berichteten lokale Medien.

Der Zivilschutz war im Dauereinsatz, um die Situation an Flüssen und Bächen in der gesamten Region zu überprüfen. Der Friaul wird schon seit mehreren Tagen von heftigen Niederschlägen heimgesucht. Die Schlechtwetter-Front könnte laut Wetterexperten bis Ende dieser Woche dauern.

Spital in der Schweiz evakuiert

Der steigende Wasserstand des Lago Maggiore hat zudem im schweizerischen Kanton Tessin die Evakuierung eines Krankenhauses notwendig gemacht. Rund 80 Patienten des Santa-Chiara-Spitals in Locarno wurden am Dienstagvormittag in Sicherheit gebracht.

20 Menschen - akute Notfälle - würden in das nahegelegene Spital "La Carita" verlegt, sagte Krankenhausdirektor Guido Bernasconi. Die rund 60 weiteren Patienten würden in Altersheime oder in ambulante Anlaufstellen umquartiert. Die Evakuierung soll bis 14 Uhr abgeschlossen sein.

Am Seeufer wurde bereits am Montag mit der Verlegung von Stegen begonnen. Der höchste Pegelstand des Lago Maggiore wird erst für Donnerstag erwartet. (APA, 11.11.2014)

  • Zwei Flüsse traten über die Ufer und überschwemmten....
    foto: apa/epa/luca zennaro

    Zwei Flüsse traten über die Ufer und überschwemmten....

  • ...Geschäfte, Lager und Keller in der Stadt 28.000-Einwohner-Stadt Chiavari.
    foto: apa/epa/luca zennaro

    ...Geschäfte, Lager und Keller in der Stadt 28.000-Einwohner-Stadt Chiavari.

Share if you care.